Ermittler vermuten Russland hinter Brandanschlag in der Nähe eines Rüstungskonzerns
Ein Brandanschlag in München Anfang September könnte offenbar auf den russischen Geheimdienst zurückgehen. Das will die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus Sicherheitskreisen erfahren haben.
Der Vorfall: Am 3. September wurden in der bayerischen Hauptstadt Brandsätze aus einem fahrenden Auto auf eine Baustelle geworfen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Zentralen der Technologie- und Rüstungskonzerne Rohde & Schwarz und Helsing befindet. Der Drohnenhersteller Helsing beliefert die ukrainischen Streitkräfte.
Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre dies – nach dem gescheiterten Drohnenangriff auf dem Flughafen Leipzig am 4. August – der zweite Anschlag in Deutschland binnen eines Monats, hinter dem die Sicherheitsbehörden Russland als Urheber sehen.
Arbeitete der russische Militärgeheimdienst GRU mit „Low-Level“-Agenten?
In München konnte ein Feuer rasch gelöscht und ein Brandsatz entschärft werden. Als Tatverdächtige wurden ein Mann und eine Frau mit bulgarischer Staatsangehörigkeit festgenommen. Sie gelten als angeworbene unerfahrene Helfer, sogenannte „Low-Level“-Agenten. Wie in Leipzig sehen die Sicherheitsbehörden den russischen Militärgeheimdienst GRU hinter dem Anschlag. Das GRU-Team, das den Brandanschlag in München plante, sollte auch Sabotageakte in der Slowakei verüben. Dort scheiterte aber ein Brandanschlag.
Die GRU gilt als besonders effektive Waffe im hybriden Krieg Moskaus gegen westliche Demokratien. Sicherheitsbehörden machen sie für Sabotageakte in Deutschland, Polen, den baltischen Ländern und anderen EU-Staaten verantwortlich. Dabei werden Sprengstoff, Brandsätze oder Waffen eingesetzt.
Ziel ist es, Transportwege für militärische Güter in die Ukraine zu treffen. Deutschland und andere europäische Staaten sollen laut Experten aus Sicherheitskreisen so dazu gebracht werden, ihre Unterstützung für Kiew zurückzufahren oder zu beenden. In Leipzig sollte eine mit Sprengstoff beladene Drohne ein ukrainisches Antonov-Transportflugzeug zerstören.
Die GRU nutzt bei ihren Aktionen auch Mittel, die aus der Zeit des Kalten Kriegs bekannt sind, wie tote Briefkästen und Erdverstecke. So wurde auch die in Leipzig eingesetzte Drohne in einem Erdversteck gelagert, wie die FAZ aus Sicherheitskreisen erfuhr.
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