„Rassistische Scheiße“ – Linke-Politikerin erhält nach Ordnungsgeld fast 18.000 Euro an Spenden
Nach ihren Zwischenrufen im Bundestag vergangene Woche hat ein Spendenaufruf der Linke-Politikerin Cansin Köktürk bereits rund 18.000 Euro erzielt. Bis Montagmittag (Stand 11:30 Uhr) sind laut der Plattform „GoFundMe“ 17.733 Euro eingegangen.
Im Parlament hatte Köktürk am Freitag für Aufsehen gesorgt, als sie die Rede des AfD-Abgeordneten René Springer mit mehreren Zwischenrufen unterbrach. Unter anderem hatte sie Springer „rassistische Scheiße“ vorgeworfen. Von Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz erhielt sie zwei Ordnungsrufe und muss nun – weil es ihr dritter Ordnungsruf innerhalb von drei Sitzungswochen ist – 2000 Euro Ordnungsgeld zahlen.
Kurz darauf hatte die Linke-Politikerin zu der Spendenkampagne aufgerufen. Auf „GoFundMe“ schreibt die 33-Jährige: „Ich wehre mich gegen die Normalisierung rassistischer und menschenfeindlicher Inhalte der AfD im deutschen Parlament. Mich kann niemand mit kapitalistischen Geldstrafenandrohungen einschüchtern oder mundtot machen.“
Sie kassiere als migrantische Frau Ordnungsgelder, weil sie „gegen den Faschismus aufstehe“. Ihre Antwort darauf sei „Liebe“. Daher spende sie die Einnahmen an die Rettungsorganisation Sea-Watch. „Wir lassen Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken“, schreibt Köktürk weiter. In einer Instagram-Story betonte Köktürk, dass die Spenden nicht dazu da seien, um das Ordnungsgeld zu bezahlen: „Das zahle ich herzlich gerne selbst – privat und aus eigener Tasche.“
René Springer hatte in seiner Rede über die Finanzierung des Rentensystems gesprochen und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ein „Rückgrat wie ein Lurch“ attestiert. Wenn die AfD in der Regierung sitze, werde die Partei anfangen, „in den sozialen Sicherungssystemen aufzuräumen“. Zur Grundsicherung, ehemals Bürgergeld, sagte er: „Wir werden dafür sorgen, dass es eine Sozialleistung ist, die in erster Linie Deutschen zugutekommt.“
Das solle nicht heißen, dass die AfD nicht anerkenne, dass auch Ausländer ihren Beitrag leisteten. „Natürlich sollen die auch einen Anspruch haben auf Grundsicherungsleistung, wenn sie mal unverschuldet in die Grundsicherung gefallen sind“, erklärte Springer. Ihm gehe es vor allem um jene, die an der Grenze ihre Pässe zerrissen und „am Ende im Grundsicherungssystem“ landeten.
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