US-Präsident Donald Trump hält es weiter für ausgeschlossen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin die Nato angreift. „Wir sprechen miteinander, ich kenne ihn sehr gut. Putin plant keinen Angriff auf das Nato-Gebiet“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines Reporters, ob der Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle einen solchen Angriff darstelle. Nähere Angaben machte der US-Präsident nicht.

Ähnlich hatte sich Trump bereits Ende August geäußert, nachdem CIA-Chef John Ratcliffe überraschend zu Besuch in Moskau war. „Politico“ und das „Wall Street Journal“ berichteten dazu, Ratcliffe habe den Kreml vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bundesregierung Russland allerdings noch nicht offiziell für den Anschlagsversuch verantwortlich gemacht.

Zugleich kündigte Trump einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an. Seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff seien mit einem Vorschlag „zur Beendigung des Kriegs“ auf dem Weg nach Moskau und Kiew. „Wir haben sie hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“, sagte Trump. Es gebe möglicherweise eine gute Chance dafür.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich zu dem Besuch. Es sei besprochen worden, dass Steve Witkoff und Jared Kushner erst Moskau besuchen und am Sonntag Kiew reisen werden, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Ukraine werde während der Gespräche auf Luftangriffe verzichten, erklärte Selenskyj. Er forderte Russland auf, ebenfalls auf Angriffe zu verzichten, damit die Gespräche sicher stattfinden könnten.

Selenskyj kündigte an, dass Kiew, „wie es bei vorherigen diplomatischen Besuchen der US-Seite war“, den normalen Betrieb des russischen Luftraums für den Besuch gewährleiste. Von ukrainischer Seite werde es keine Luftangriffe geben, Russland müsse spiegelbildlich reagieren, sagte er.

Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow wollte einen Besuch nicht bestätigen. Er sagte am Freitag lediglich, die Medien würden informiert, falls ein solches Treffen stattfinde.

Kushner und Witkoff waren zuletzt im Januar in Moskau, wo sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin trafen. Dessen außenpolitischer Berater Juri Uschakow bezeichnete die Gespräche danach als konstruktiv, sagte jedoch: „Eine langfristige Lösung ist nicht zu erwarten, solange die Gebietsfrage nicht gelöst ist.“ Moskau beharrt auf einem Rückzug der ukrainischen Truppen aus dem gesamten Donbass, den Russland völkerrechtswidrig annektiert, aber nur teilweise erobert hat.

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