Es war wohl einer der „lautesten“ Auftritte des Jahres bei „Hart aber fair“: Mit scharfen Worten hat der Sänger der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, Jan Gorkow, in der ARD-Talkshow all jene Menschen in Deutschland attackiert, die den Zustand des Landes dauerhaft schlechtreden.

Ihm gehe „dieses Gemecker hart auf den Sack“, sagte der Musiker, der unter dem Namen „Monchi“ auftritt, am Montagabend. Er störe sich an Leuten, die sich darin eingenistet hätten, „diese nationalen Jammerlappen“, die rumheulten, alles sei schlecht. „Es ist unerträglich.“

Alles zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lesen Sie im Liveticker.

Als Beispiel nannte Gorkow den Bau eines Skateparks in seinem Heimatort Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern, für den er nach eigenen Angaben insgesamt vier Jahre gebraucht habe. Kurz vor der Eröffnung habe ihn ein Anwohner am See angesprochen: „Warum ist denn hier unten ein Scheiß-Skatepark? Wir sind nicht in der Großstadt. Warum macht ihr keinen Spielplatz?“ Er habe geantwortet: „Digga, dann mach’ doch selber einen Spielplatz.“ Passiert sei seither gar nichts: „Diese Luftpumpe hat bis heute keinen scheiß Spielplatz aufgebaut – nicht mal irgendeine Spendenkampagne oder Petition.“

Auch die Debatte über Ost und West halte er für überflüssig: „Ich habe keinen Bock, mich die ganze Zeit auf dieses Ost-West-Ding einzulassen“, sagte er. Wenn er auf Tour mit Menschen aus Dörfern im Saarland spreche, habe er mit diesen eher dieselben Probleme als mit jemandem aus einer ostdeutschen Großstadt. „Keiner braucht so zu tun, als würden wir in Bangladesch leben. Wir sind hier alle in einem Paradies. Wir haben Riesenglück gehabt, hier geboren zu sein. Ob im Osten oder im Westen. Punkt.“

Den Zulauf zur AfD führt Gorkow vor allem auf die Schwäche der übrigen Parteien zurück. In Jarmen mit knapp 3000 Einwohnern hätten bei der Bundestagswahl 54 Prozent die AfD gewählt. „Die hat nicht 54 Prozent bekommen, weil die so stark sind, sondern weil die anderen so schwach sind“, sagte er. In Mecklenburg-Vorpommern sei die Partei nach seinen Angaben in 719 von 724 Gemeinden stärkste Kraft geworden.

Von der schwarz-roten Bundesregierung zeigte sich der Punkmusiker enttäuscht. Nach der Bundestagswahl habe er gedacht: „Gott, Mensch, bitte Merz und Klingbeil – hoffentlich verkacken die das nicht.“ Stattdessen erlebe er Dauerstreit. „Und dann ficken die sich die ganze Zeit gegenseitig. Die CDU, die Grünen, die CDU, die Linke und so.“ Er sagte: „Das ist das, was mich wirklich wütend macht.“

Gorkows Buch „Jenseits der Brandmauer“ steht aktuell auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste in der Kategorie Sachbuch. In Sachsen-Anhalt wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Zwei Wochen später stehen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin Landtagswahlen an.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke