„Ein Blick auf die Weltkarte genügt“ – Lawrow warnt Nato vor Eskalation in der Arktis
Russland betrachtet die Aktivitäten der Nato in der Arktis nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow als direkte Bedrohung für seine Sicherheit. In einem auf der Webseite des russischen Außenministeriums veröffentlichten Artikel schreibt Lawrow: „Eine solche militärische Aktivität im Hohen Norden schafft direkte Bedrohungen für die Sicherheit Russlands. Das Risiko von Zwischenfällen, die eine bewaffnete Konfrontation mit potenziell katastrophalen Folgen provozieren könnten, nimmt zu.“
Konkret nennt Lawrow die Durchführung der Operation „Arctic Sentry“, die die Nato im Februar gestartet hatte. Die Bundeswehr hatte damals mitgeteilt, sie wolle „wichtige Schiffsrouten im Nordatlantik“ freihalten. Die Maßnahme sei vor allem eine „Überwachungsaktivität“ und vorerst bis zum Ende des Jahres angesetzt.
Lawrow betont nun, Russland sei „zweifellos interessiert“ daran, die Arktis als „Zone des Friedens und der Zusammenarbeit“ zu bewahren. „Zugleich gibt es auch diejenigen, die diesen Standpunkt nicht teilen. Wie ließe sich sonst die Tatsache erklären, dass die Nato-Staaten ebenso wie dieses Militärbündnis insgesamt auf eine Militarisierung der Region und die Schaffung von Spannungsherden dort hinarbeiten?“, schreibt er.
„Die Nato-Mitglieder und andere Vertreter des Westens verbergen nicht ihre wahren Motive, wenn sie die Aufgabe verkünden, die Arktis in eine neue Front der Konfrontation zu verwandeln, um die Entwicklung unseres Landes und seiner Gleichgesinnten einzudämmen.“
Der Westen versuche bewusst und gezielt, eine „Atmosphäre des Misstrauens“ zu schaffen. Diese geschehe zusammen mit Sanktionen, die Russlands „legitime Rechte“ im Bereich der internationalen Zusammenarbeit einschränke.
„Ein Blick auf die Weltkarte genügt, um zu erkennen, dass Russland ein führender arktischer Staat war, ist und bleiben wird“, schreibt Lawrow weiter. „Unsere heutigen Gegner hätten längst die zahlreichen Lehren der Geschichte lernen und erkennen müssen: Es ist aussichtslos, mit Russland in der Sprache von Sanktionen und Drohungen zu sprechen.“ „Unfreundliche, feindselige Handlungen“ würden eine „angemessene Reaktion“ erhalten. „Darunter auch asymmetrische.“ Was Lawrow genau damit meint, schrieb er nicht.
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