„Illegaler Einwanderer“ – ICE-Behörde nimmt rechtsextremen Blogger in Abschiebehaft
Der rechtsextreme Blogger Milo Yiannopoulos ist von der US-Migrationsbehörde ICE in Gewahrsam genommen worden. Die Beamten hätten Yiannopoulos, „einen illegalen Einwanderer aus dem Vereinigten Königreich“, am Flughafen in Louisiana festgenommen, wie das Heimatschutzministerium auf der Plattform X mitteilte. Demnach hatte Yiannopoulos seine Aufenthaltsdauer überschritten. Das Heimatschutzministerium versah seinen X-Post mit einem Polizei-Foto des bärtigen Yiannopoulos.
Zuvor sei Yiannopoulos am 22. Juli von einem Einwanderungsrichter eine endgültige Ausweisungsverfügung erteilt worden, nachdem er nicht zu seiner Anhörung erschienen war. Bis zu seiner Abschiebung bleibe er nun in ICE-Gewahrsam. Yiannopoulos, der Donald Trump während seines ersten Präsidentschaftswahlkampfs 2016 unterstützt hatte, war 2019 in die USA eingereist und nach Auslaufen seiner Aufenthaltsgenehmigung weiter im Land geblieben.
Yiannopoulos war lange als prominentes Gesicht amerikanischer Rechtsextremisten bekannt. Der offen schwul lebende Brite verbreitete Hetze gegen Frauen, Schwarze, Eliten und Liberale. Erst als 2017 ein Interview kursierte, in dem er Sex zwischen Männern und Jungen verteidigte, kehrte ihm die Szene großteils den Rücken: Yiannopoulos verlor seinen Buchvertrag mit dem Verlag Simon & Schuster, die Conservative Political Action Conference (CPAC-Konferenz) strich ihn von der Rednerliste und das rechte Onlinemedium „Breitbart News“ kündigte Yiannopoulos.
Yiannopoulos äußerte sich noch positiv zur ICE-Behörde
Yiannopoulos war zuletzt vor allem für seine Verbindungen zum US-Rapper Ye (zuvor Kanye West), bekannt, wie das Promi-Portal TMZ zu dem Fall berichtete. Er habe fast zwei Jahre lang für ihn gearbeitet, bevor die beiden 2024 ihre Zusammenarbeit aufkündigten.
Im vergangenen Jahr hatte Yiannopoulos sich auf X positiv zur Migrationsbehörde ICE geäußert: „Kalifornien braucht ICE-Kontrollpunkte an den Eingängen von Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden“, schrieb er damals. Jeder, der an den Kontrollpunkten nicht nachweisen könne, dass er sich rechtmäßig in den USA aufhält, solle „sofort abgeschoben“ werden.
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