„Sie werden dafür bezahlen“, warnt Merz hybride Angreifer – Ermittler finden dritte Drohne
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich erstmals zu dem Anschlagsversuch mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle geäußert. Deutschland sei „stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer“ geraten, sagte Merz vor der Kabinettsklausur am Dienstag. Die Angreifer nähmen zunehmend skrupellos schwere Sachschäden und sogar Verletzte und Tote in Kauf.
Zur möglichen Urheberschaft des Leipziger Angriffs äußerte sich der Kanzler nicht. Die Behörden arbeiteten weiter an der Zuordnung, sagte Merz. „In Kürze werden wir das darlegen.“ Der Fall zeige aber, dass die Vorhaben der Bundesregierung zuletzt – wie die Einrichtung eines neuen Forschungszentrums zur Drohnenabwehr in Cochstedt – richtig gewesen seien.
Merz: „Sie werden dafür bezahlen“
Merz bekannte sich zu politischen Grundsätzen: Deutschland müsse ein sicheres Land bleiben, seine Schutzfähigkeiten stärken und potenzielle Angreifer abschrecken. Für die Urheber hybrider Angriffe müsse ein Preis entstehen, sagte der Kanzler. „Sie werden dafür bezahlen.“ Konkrete mögliche Gegenmaßnahmen nannte er nicht.
Der Kanzler bekräftigte zugleich die weitere Unterstützung der Ukraine. Die Bundesregierung werde Kiew „mit langem Atem“ unterstützen.
Am Abend des 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Wenig später war ein zweites Flugobjekt mit einer Frachtmaschine zusammengestoßen, die wegen der Sperrung der Nordpiste nicht landen konnte und durchstarten musste. Nach der Umleitung nach Hannover wurden an der Maschine leichte Beschädigungen festgestellt.
Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland. Der Urheber des Anschlagsversuchs ist nicht bekannt.
Dritte Drohne entdeckt
Am Dienstag wurde bekannt, dass Ermittler nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ in der Nähe des Leipziger Flughafens eine dritte Drohne gefunden haben. Die Ermittler gingen nach derzeitigem Stand nicht mehr von einer einzelnen Drohne aus.
Die dritte Drohne, deren Fund bislang nicht bekannt war, entdeckten die Behörden nach Angaben aus Sicherheitskreisen erst am 14. August – also zehn Tage nach dem Anschlagsversuch. Am Folgetag sei dann an der Fundstelle eine Substanz entdeckt worden, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm des hochexplosiven militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte, berichten die Medien. Die Drohne sei auf einem Feld im Kabelsketal gefunden worden, einer Gegend im Saalekreis in Sachsen-Anhalt, die an den westlichen Teil des Leipziger Flughafens grenzt.
Der Fund der Sprengstoff-Drohne Anfang August hatte für großes Aufsehen gesorgt. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte später: „Leipzig ist kein singulärer Fall, sondern Leipzig ist Teil eines größeren Gebildes, mit dem wir es zu tun haben.“ Er sprach von der möglichen Beteiligung „fremder Mächte“.
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