Spekulationen um Trumps Assistentin – Melania zeigt sich demonstrativ mit ihrem Ehemann
Nach Spekulationen über ihre längere Abwesenheit hat sich US-Präsidentengattin Melania Trump am Donnerstag wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. „Ich habe gehört, ihr habt mich vermisst“, scherzte die 56-Jährige bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. „Hier bin ich.“
Die First Lady war zuvor seit dem WM-Finale am 19. Juli nicht mehr öffentlich gesehen worden. Bei ihrem ersten Auftritt seit einem Monat lief sie – demonstrativ Händchen haltend mit ihrem Mann Donald Trump – zum Podium. Der Präsident saß während ihrer Rede im Publikum. Bei der Veranstaltung ging es unter anderem um Bildungsstipendien und ein geplantes Autorennen durch Washington.
Der Auftritt Melania Trumps sorgt für Aufmerksamkeit, weil er inmitten von Spekulationen über ihre lange Abwesenheit erfolgte – und über eine enge persönliche Assistentin des Präsidenten: Natalie Harp. Die 35-Jährige ist derzeit kaum von Trumps Seite wegzudenken und war zuletzt bei zahlreichen öffentlichen und privaten Terminen des US-Präsidenten dabei.
Ganz anders Melania Trump. Wie die US-Nachrichtenseite „Daily Beast“ berichtet, kam die Präsidentengattin 2026 bislang auf lediglich 38 öffentliche Auftritte. In den ersten 180 Tagen von Trumps erster Amtszeit waren es demnach noch mehr als 140 Sichtungen. Was Beobachtern nun bei ihrem Auftritt vom Donnerstag auffiel: Natalie Harp war offenbar nicht dabei.
Zwischen den beiden Frauen soll hinter den Kulissen ein regelrechter Machtkampf stattfinden, in dem es um den Zugang zum Präsidenten geht. Zumindest berichtet darüber der Trump-Biograf Michael Wolff in seinem Newsletter „Howl“. Einmal habe Melania Harp abends in den privaten Wohnräumen Trumps in Mar-a-Lago angetroffen. Dem Bericht zufolge wollte Harp dem Präsidenten noch Unterlagen übergeben, die nicht bis zum nächsten Morgen hätten warten können. Inzwischen, so heißt es, sei Harp sogar einer der Gründe, warum Melania so selten an der Seite ihres Mannes auftrete.
Donald Trump und seine Ehefrau Melania bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen HausesIn den Fokus gerückt war die Nähe von Natalie Harp durch den demokratischen Senator aus Georgia, Jon Ossoff. Er gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2028 und kämpft bei den Midterms im November um seinen Sitz im US-Senat. In einer Wahlkampfrede attackierte Ossoff am Wochenende Trump. „Er will den Job nicht machen. Er will seinen Ballsaal bauen und mit Natalie in ihrem offenbar schutzlosen fliegenden Palast reisen, einem Geschenk des Emirs von Katar“, lautete der Vorwurf.
Vom TV-Sender ins Trump-Team
Früher arbeitete Harp als Fernsehmoderatorin für den rechten Sender One America News Network, der Trump unterstützt. Welche genaue Rolle sie heute in Trumps Team einnimmt, ist nicht eindeutig. Medienberichten zufolge soll eine ihrer Aufgaben darin bestehen, Beiträge auf Trumps Account bei Truth Social zu veröffentlichen: Er diktiere, sie tippe – an seinem Kommunikationsteam vorbei. Truth Social ist inzwischen eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente des Präsidenten. Allerdings sorgt er damit auch immer wieder für Schlagzeilen und Äußerungen, die dann von seinem Team wieder eingefangen werden müssen.
Harp soll von Kollegen im Wahlkampf 2024 laut einem Bericht der „New York Times“ den Spitznamen „human printer“ verpasst bekommen haben – also „menschlicher Drucker“. Denn sie trage stets einen tragbaren Drucker mit sich herum, um dem Präsidenten Informationen in Papierform vorzulegen – die bevorzuge er. Laut CBS News soll sie dafür bekannt sein, ihm besonders schnell Ausdrucke positiver Berichterstattung zu liefern. Unter Mitarbeitern soll zudem der Eindruck bestehen, dass sie allzu bereitwillig allerlei Verschwörungstheorien an den Präsidenten herantrage.
Harp soll Medien zufolge auch für die Organisation von Treffen und das Überbringen von Botschaften an Trump-Verbündete zuständig sein. Bereits vor seiner zweiten Amtszeit war sie in seiner Umgebung, etwa bei einem Gerichtstermin in New York rund um den Fall von Schweigegeldzahlungen Trumps. CNN zufolge stieß sie 2022 zu Trumps Mitarbeiterstab.
Harps Loyalität gegenüber Trump reicht schon viele Jahre zurück. 2020 zum Beispiel trat sie auf einem Parteitag der Republikaner auf und machte Wahlkampf für ihn. Sie ging dabei so weit zu sagen, er habe ihr das Leben gerettet. Sie erzählte von einer Krankheit und davon, dass seine Politik im Gesundheitsbereich dazu geführt habe, dass sie letztlich wieder gesund geworden sei. Es gab danach von Expertenseite schnell Zweifel an dem Zusammenhang, den Harp damals herstellte.
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