Zwölf Tote bei „massiven“ Angriffen Russlands auf Kiew – Krim-Großstadt stellt Strom ab
Bei neuen russischen Angriffen auf Kiew und Umgebung sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten.
Bei den „massiven“ Angriffen seien Wohngebiete und Lagerhallen getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram. Demnach wurden Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Die ganze Nacht über waren Explosionen in der Hauptstadt zu hören. Der Luftalarm dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.
„Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt“, teilte der Bürgermeister bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf Halbmast gesetzt werden. Außerdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.
Bei einem weiteren Angriff im Bezirk Browary in der Region rings um die ukrainische Hauptstadt seien ein Mann getötet und ein weiterer verletzt worden, erklärte der zuständige Gouverneur.
In der Großstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim wurde erneut der Strom abgeschaltet. Dies sei notwendig gewesen, um eine Überlastung der Stromnetze außerhalb der Region zu verringern und einen weitreichenden Ausfall zu verhindern, teilte Gouverneur Michail Raswoschajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Öffentliche Einrichtungen seien auf Notstromsysteme umgeschaltet worden. In einigen Straßen sei auch die Wasserversorgung unterbrochen worden.
Die Unterbrechung solle einige Stunden dauern. Die von Russland annektierte Halbinsel leidet nach ukrainischen Angriffen auf Energieanlagen bereits seit Wochen unter Stromausfällen und einer Treibstoffkrise. Die Behörden haben deshalb unter anderem den Tourismus in der Region bis September ausgesetzt.
Sowohl Russland als auch die Ukraine haben ihre Angriffe in den vergangenen Monaten verstärkt. Die Truppen Moskaus setzen dabei zunehmend Langstreckenwaffen ein, um Städte in der gesamten Ukraine zu attackieren. Den ukrainischen Streitkräften fehlen nach eigenen Angaben Luftabwehrraketen, um die russischen Angriffe zu vereiteln.
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