Baerbock ehrt 136 getötete UN-Mitarbeiter – darunter ist auch ein Hamas-Kämpfer
Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, hat an einer Gedenkveranstaltung der UN teilgenommen, bei der Beobachtern zufolge auch ein Hamas-Kämpfer geehrt wurde.
Die Gedenkveranstaltung für getötete UN-Mitarbeiter fand bereits am 8. Juni statt. Die Nichtregierungsorganisation UN Watch veröffentlichte am Freitag einen Zusammenschnitt von Aufnahmen der Veranstaltung und kritisierte, dass dabei auch der Name des früheren UNRWA-Lehrers und Schulleiters Imad El Samhouri verlesen wurde. Dieser war nach Angaben von UN Watch ein Kommandeur der Hamas. Über den Vorgang berichtete zunächst „Bild“.
Bei der jährlichen UN-Gedenkveranstaltung hatten Guterres, Baerbock und die damalige Präsidentin des Sicherheitsrats eine Kerze als „ewige Flamme“ entzündet. Anschließend wurden die Namen der Verstorbenen verlesen und präsentiert. Die Vereinten Nationen würdigten dabei insgesamt 136 Angehörige der Organisation, die 2025 ums Leben gekommen waren. Unter ihnen befanden sich laut UN-Angaben 80 Mitarbeiter des Palästinenserhilfswerks UNRWA im Gazastreifen.
Der Name Imad El Samhouri auf der Liste der getöteten und geehrten UNRWA-MitarbeiterHillel Neuer, Direktor von UN Watch, forderte Guterres und Baerbock auf, ihre Würdigung El Samhouris zurückzunehmen: „Werden Sie sich dafür entschuldigen, bei einer jüngsten UN-Zeremonie eine Flamme zur Ehrung eines Hamas-Terrorkommandeurs entzündet zu haben?“, schreibt Neuer in einem offenen Brief auf der Homepage von UN Watch.
UN Watch stützt seine Vorwürfe auf ein Hamas-„Märtyrer“-Video. Darin werde El Samhouri als Feldkommandeur des Muhammad-al-Shamali-Bataillons der Kassam-Brigaden vorgestellt. Die Organisation verweist zudem auf Social-Media-Beiträge, die Verbindungen zu Hamas-Funktionären sowie die Verherrlichung von Terrorismus belegen sollen. „Der Tod für Allah ist unser höchstes Streben“, zitiert UN Watch aus dem Video.
Imad El SamhouriDie von UN Watch veröffentlichten Zusammenschnitte aus Aufnahmen des Hamas-Senders „Al Aksa TV“ zeigen El Samhouri in Kampfmontur und mit Waffen posierend. Er ist dabei zu sehen, wie er aus Tunneln klettert und erklärt: „Gelobt sei Allah für die Tunnel; der zionistische Feind ahnt nicht, dass wir aus der Tiefe der Erde, aus den Trümmern auftauchen werden.“
Neuer wirft der UNRWA darüber hinaus vor, terroristische Strukturen in ihren Schulen nicht wirksam bekämpft zu haben. In dem Schreiben heißt es, El Samhouri habe als Schulleiter Hamas-Funktionäre an Schulen auftreten lassen und Schüler für Hamas-nahe Organisationen angeworben. Unabhängige Bestätigungen dafür werden in dem offenen Brief nicht vorgelegt.
Besonders scharf geht UN Watch mit Guterres ins Gericht. Der UN-Generalsekretär hatte bei der Gedenkveranstaltung gesagt, es sei „das Privileg meines Lebens“ gewesen, mit Menschen wie den Geehrten zusammenzuarbeiten. Zudem sagte er über die Verstorbenen: „Ihr habt unsere Welt zu einem besseren Ort gemacht“. UN Watch fragt, ob Guterres an diesen Aussagen festhalte, nachdem El Samhouri nun als Hamas-Kommandeur „entlarvt“ worden sei.
Auch Baerbock wird in dem Brief direkt angesprochen. Neuer verweist auf die deutsche Finanzierung der UNRWA während ihrer Zeit als Außenministerin und schreibt, Deutschland habe der Organisation mehrere Hundert Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Er wirft der Bundesregierung vor, Warnungen vor einer Unterwanderung der Hilfsorganisation durch Hamas-Mitglieder nicht ausreichend ernst genommen zu haben.
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