Russland meldet 13 Tote nach ukrainischem Drohnenangriff tief im Hinterland
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff tief im russischen Hinterland sind nach Angaben der dortigen Behörden 13 Menschen getötet worden. Unter den Toten sei ein Kind, teilte das Pressebüro des Oberhaupts der Region Tatarstan, Rustam Minnichanow, am Montag mit. Weitere 75 hätten Verletzungen erlitten. Industrielle und zivile Einrichtungen in Nischnekamsk seien Ziel einer massiven Drohnenattacke geworden.
Die etwa 1200 Kilometer von der Front entfernte Großstadt Nischnekamsk hat etwa 240.000 Einwohner. Sie beherbergt zwei Ölraffinerien sowie ein petrochemisches Werk und ist bereits in der Vergangenheit attackiert worden.
Der ukrainische Generalstab erklärte, seine Streitkräfte hätten die Taneco-Raffinerie getroffen und ein Feuer ausgelöst. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Außerdem lösten ukrainische Drohnen einen Brand in einer Industrieanlage in der westsibirischen Region Tjumen aus. Gouverneur Alexander Moor nannte aber keine Einzelheiten. Schon im Juli hatten ukrainische Drohnen eine Raffinerie in der Region getroffen, die mehr als 2400 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze liegt.
Russland kann sich nicht vollständig vor Fernangriffen schützen
Die Ukraine setzt russischen Ölanlagen fast täglich mit Fernangriffen schwer zu, bei denen im eigenen Land entwickelte Raketen und Drohnen zum Einsatz kommen. Die seit Monaten anhaltenden Attacken haben zu einer Kraftstoffkrise geführt, die den Kreml mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn in Verlegenheit bringt. Russland verfügt über hochentwickelte Flugabwehrsysteme, doch sein riesiges Territorium lässt sich nur schwer lückenlos schützen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Sonntagabend, Ziel solcher Angriffe sei es, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. „Jeder russische Angriff wird eine Antwort von uns nach sich ziehen. Russlands Krieg wird sich immer stärker im eigenen Land – in Russland – bemerkbar machen“, erklärte Selenskyj in sozialen Medien. „Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden.“
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