Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) will der Herrschaft der CDU in Sachsen-Anhalt ein Ende bereiten. „Veränderung wird es nur mit dem BSW geben! Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der die Brandmauer-Idiotie beendet“, sagte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur.

CDU-Ministerpräsident Sven Schulze werde keine Stimme vom BSW bekommen. „Seine Abwahl wäre die nächste verdiente Klatsche für Friedrich Merz und wahrscheinlich das Ende seiner desaströsen Kanzlerschaft.“

Die sachsen-anhaltische BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig formulierte allerdings auch die Voraussetzung für dieses Szenario: „Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden.“

Und weiter: „Die AfD allein wird es nicht schaffen. Deshalb ist die eigentliche Frage im Wahlkampf: BSW oder CDU?“, so Wittig. Auch sie sprach sich gegen die Brandmauer aus: „Sie ist undemokratisch und eine Sackgasse für unser Land.“ In der jüngsten Umfrage lag das BSW bei vier Prozent und damit unterhalb der Marke, die für den Einzug in den Landtag erforderlich ist.

Kürzlich hatten Wittig und der zweite BSW-Spitzenkandidat, Thomas Schulze, ein Positionspapier vorgelegt, das sie als Angebot an alle Parteien verstehen. „Wir schlagen sechs Kernprojekte vor, die einen politischen Neubeginn für Sachsen-Anhalt markieren.“

In dem Papier fordert das BSW unter anderem die Kündigung des Medienstaatsvertrags, „um eine neue Rundfunkordnung zu verhandeln“. Im Bereich der Bildung plädiert die Partei für den Erhalt kleiner Grundschulen auch bei geringen Schülerzahlen. Die Polizei soll zudem deutlich aufgestockt werden.

Schulze spricht mit Bürgern

Schulze ging derweil auf Tuchfühlung mit Bürgern. Vor der Filiale einer großen Supermarktkette im Magdeburger Stadtteil Sudenburg gab es am Vormittag kurze Gespräche, Infomaterial und kleine Geschenke wie bittere Orangenmarmelade oder Kugelschreiber.

„Das hier ist realer Wahlkampf“, sagte Schulze. „Hier sind die Menschen mitten in ihrem realen Leben, ganz anders als auf Social Media zum Beispiel, wo sie schnell mal Hasskommentare schreiben.“ Die Menschen seien offen, einzelne auch kritisch. „Es ist mein Naturell, leicht ins Gespräch zu kommen.“

Sven Schulze am Infostand

Gut anderthalb Stunden stand der kleine CDU-Infostand auf dem Fußweg – in direkter Nachbarschaft zu Ständen des SPD-Ortsverbands Magdeburg-West und des Linken-Stadtverbands. Schulze, in Hemd, Jeans und Sneaker gekleidet, sprach immer wieder vorbeieilende Menschen an oder ging auf die zu, die an der nahen Bushaltestelle warteten. Ein junger Mann bat um ein Foto mit Schulze.

Geld-Thema beschäftigt die Menschen

Viel war aber nicht los an diesem Vormittag. Wenn Schulze sprach, dann vor allem über Geld. „Ihr hab doch alle keene Knete“, sagte ein Rentner und winkte ab. Schulze betonte, beim Straßenwahlkampf gehe es darum, sich zu zeigen. Bis zur Landtagswahl am 6. September wolle er noch viel mit den Menschen sprechen. „Ich werde kämpfen, um nach vorn zu kommen.“

Rund einen Monat vor der Landtagswahl am 6. September lag die AfD zuletzt laut der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage für MDR, WDR, „Magdeburger Volksstimme“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ mit 41 Prozent weiterhin deutlich vor der CDU (24 Prozent). Es folgten die Linke mit 13 Prozent und die SPD mit 7 Prozent.

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