Russland weist jegliche Verantwortung für den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen in scharfem Ton zurück. Die russische Botschaft in Berlin zeigte sich in einer am Freitag verbreiteten Erklärung „besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“.

Zu den Mutmaßungen über einen russischen Anschlagsversuch schrieb die Botschaft: „Es liegt auf der Hand, dass es sich um eine hastig zusammengezimmerte Provokation handelt, die nur den Interessen des Kiewer Regimes und des militaristischen Flügels des europäischen Polit-Establishments dient.“

„Die größte Gefahr, der sich Deutschland heute ausgesetzt sieht, besteht nicht in angeblichen ‚hybriden Attacken‘ aus Moskau, die es nicht gibt“, schreibt die Botschaft weiter. Die Gefahr bestehe vielmehr „in Politikern, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg mit Russland entwickeln und die wollen, dass deutsche Bürger sich daran beteiligen“. Mit solchen Berichten wollten europäische Politiker lediglich ihre Unterstützung für die Ukraine rechtfertigen.

Die russische Sicht auf den Drohnenvorfall

In ihrer Erklärung stellte die Botschaft die Ereignisse auf ihre eigene Sichtweise nach: Eine Angriffsdrohne sei „in der Nacht zum 5. August 2026 am Flughafen Leipzig angeblich zufällig entdeckt und von einem Busfahrer (!) zu Boden gebracht worden“.

Weiter heißt es: „Die Drohne soll mit Sprengstoff bestückt gewesen sein, der angeblich ebenfalls rein zufällig in unmittelbarer Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs nicht detoniert sein soll. So führte eine ganze Kette ‚glücklicher Zufälle’ dazu, dass Opfer vermieden werden konnten und das ukrainische Flugzeug, das tonnenweise europäische Waffen für die ukrainischen Streitkräfte transportiert, unversehrt blieb.“

Die Drohne war in der Nacht zum Mittwoch durch einen Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs entdeckt worden. Der an ihr befestigte Sprengsatz wurde von Experten der Bundespolizei entschärft. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich am Mittwoch mit Vertretern von Polizei und Sicherheitsbehörden am Flughafen Leipzig über die Lage informiert. Er sprach danach von einem „neuen Bedrohungsszenario“. Ohne einen möglichen Urheber zu nennen, sah der Innenminister ein Ereignis, das „möglicherweise auch fremde Mächte mit einschließt“. Vermutungen richten sich gegen Russland, Belege dafür gibt es aber bisher nicht.

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