Russische Armee greift Frachter deutscher Reederei mit Drohnen an
Ein Frachtschiff einer Hamburger Reederei ist im Schwarzen Meer mutmaßlich Ziel eines russischen Drohnenangriffs geworden. Nach Informationen der „Bild“ und der „Hamburger Morgenpost“ wurde das Frachtschiff „Emil“ am Mittwoch rund 21 Seemeilen (etwa 39 Kilometer) vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa mehrfach getroffen.
Den Berichten zufolge brach an Bord ein Feuer aus. Zudem fielen mehrere technische Systeme aus, sodass das Schiff zeitweise manövrierunfähig gewesen sein soll. Die „Emil“ fährt unter der Flagge Liberias, gehört jedoch der Hamburger Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG. Die elf Besatzungsmitglieder wurden evakuiert; dabei soll es zu einem weiteren Angriff gekommen sein. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Deutsche befanden sich demnach nicht an Bord. Die Reederei antwortete bislang nicht auf eine Anfrage von WELT.
Der Angriff reiht sich in eine Serie von Attacken innerhalb kurzer Zeit ein. Am Mittwoch war am Leipziger Flughafen eine hochexplosive Drohne entdeckt worden. Experten der Bundespolizei mussten die Sprengladung entschärfen, Berichten zufolge befanden sich vier ukrainische Flugzeuge in der Nähe. Einige Beobachter vermuten Russland hinter dem Vorfall.
Mehrere Lager deutscher Marken in der Ukraine zerstört
Zudem wurden mehrere Lager deutscher Marken in der Ukraine durch russische Raketen zerstört. Betroffen waren der Schmierstoffhersteller Liqui Moly, der Sportartikelhersteller Puma und der Technologiekonzern Bosch.
Nach Angaben ukrainischer Behörden wurde am Mittwoch außerdem das Getreidefrachtschiff „Mera Queen“ im Schwarzen Meer angegriffen. Dabei kam ein Besatzungsmitglied ums Leben. Das Schiff war mit Weizen beladen.
Russland hat seine Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen zuletzt verstärkt. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf zwei Frachtschiffe, nannte jedoch weder deren Namen noch ihre Herkunft. Moskau begründete die Attacken damit, dass die Schiffe angeblich Rüstungsgüter für die Ukraine transportiert hätten. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
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