Finnland schließt wegen der ⁠Gefahr verirrter Drohnen einen Teil seines Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein.

Die Maßnahmen sollen den Behörden sichere Gegenmaßnahmen und den Schutz von Unbeteiligten ermöglichen, sollte eine Drohne in ⁠das Gebiet eindringen, ​sagt ein ‌finnischer Militärsprecher. Zur Herkunft der Informationen über mögliche Drohnenaktivitäten äußert er sich nicht.

Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten wie Finnland, Estland, Lettland und Litauen eindrangen. So stürzten etwa im März mehrere ukrainische Drohnen östlich der finnischen Stadt Kouvola ab. In Estland traf eine Drohne das Kraftwerk Auvere im Kreis Ida-Virumaa. In Lettland explodierte eine Drohne in der Gemeinde Kraslava. Auch im Luftraum Polens wurden wiederholt Drohnen gesichtet. Verletzte wurden bislang keine gemeldet.

Die Ukraine und Nato-Staaten machen ‌russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich. Der estnische Verteidigungsminister Margus Tsahkna vermutete in einem „Guardian“-Interview aus dem Mai, dass Russland damit den Westen spalten und die Unterstützung, die die Ukraine durch verschiedene Nato-Staaten genieße, schwächen wolle.

Seit über vier Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Drohnen, die der russischen Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Fast täglich brennen dort aktuell Raffinerien und Warenlager.

Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in diesen Tagen für ein Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump zu Besuch in den USA ist, erhöht Russlands Präsident Wladimir Putin im Kampf gegen die Ukraine die Sollstärke seiner Streitkräfte. Es ist bereits die dritte Erhöhung in diesem Jahr. Zugleich will Russland verletzte Soldaten schneller zurück an die Front schicken.

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