Salafistische Influencerin vermutet hinter CSD-Anschlag „Inside Job“ für Anti-Islam-Propaganda
Während Deutschland um die Opfer des islamistischen Terroranschlags beim CSD in Berlin mit einer Toten und dutzenden Verletzten trauert, sorgt die salafistische Influencerin Hanna Hansen erneut mit geschmacklosen Verschwörungstheorien für Aufsehen.
In Reaktion auf den Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day veröffentlichte sie mehrere Beiträge, in denen sie behauptet, bei der Amokfahrt handle es sich um einen inszenierten „Inside Job“. Ziel sei es angeblich, die Stimmung gegen Muslime zu verschärfen.
In ihren Beiträgen erklärte Hansen, Medien und Politik würden den Anschlag gezielt instrumentalisieren, um Muslime zu stigmatisieren. Belege für ihre Behauptungen liefert sie nicht. Stattdessen verbindet sie den Angriff mit bekannten antisemitischen und verschwörungsideologischen Narrativen, wonach Israel und politische Gegner gemeinsam hinter dem Attentat stünden.
Zuerst zitiert sie die koranische Geschichte von Lut, die seit Langem eine theologische Grundlage für Homophobie darstellt. „Je weiter sich der Mensch vom Tauhid entfernt, desto mehr nennt er das Licht Finsternis und die Finsternis Licht“, schreibt Hansen. „Die Geschichte von Lut ist keine vergangene Geschichte – sie ist eine Mahnung: ‚Kehrt zurück!’“, schreibt Hansen.
Weiter suggerierte die salafistische Influencerin, dass es sich bei dem Anschlag um einen „Inside Job“ gehandelt haben könnte. „Nach jedem ‚Terroranschlag’ beginnt sofort die politische Debatte – und bald sind Wahlen“, schreibt Hansen, wobei sie das Wort Terroranschlag in Anführungszeichen setzt. Und weiter: „Passt ja zur Stimmungsmache der antiislamischen Propaganda.“ Dazu setzt sie den Hashtag „Islamophobie“. In einem anderen Beitrag suggeriert sie, dass der islamistische Anschlag von Israel gesteuert wurde.
Der Islam-Experte Eren Güvercin kommentierte Hansens Beiträge mit den Worten: „Genau die Weltanschauung, aus der solche Taten erwachsen.“ Es sei die Doppelstrategie des Islamismus, den Hass ideologisch aufzuladen und die Tat zugleich als Verschwörung wegzureden. „Islamismus ist ein Angriff auf die offene Gesellschaft“, so Güvercin. „Das benennen wir klar – ohne Pauschalverdacht gegen die vielen Musliminnen und Muslime, die diese Ideologie selbst ablehnen.“
Hansen zählt zu den bekanntesten Gesichtern der deutschsprachigen salafistischen Szene. Sie erreicht über soziale Netzwerke ein großes Publikum und fiel in der Vergangenheit wiederholt mit radikalen Positionen sowie agitatorischen Aussagen auf.
Zuvor schrieb die Influencerin, dass sie sich gerade in Syrien aufhalte. Trotz all der Zerstörung und der schweren Jahre erlebe sie dort Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Umso trauriger mache es sie, wenn sie sehe, wie sich der gesellschaftliche Umgang in Deutschland entwickle. „Muslime sind in Deutschland mitten in der Gesellschaft und bleiben dort auch. Hauptsache viele Geschlechter, viel feiern, viel Alkohol, viel Ablenkung...damit löst man keine Probleme“, so Hansen.
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