„Die Realitätsverweigerung im Umgang mit politischem Islam ist Teil des Problems dieser Linken“
Nach dem tödlichen islamistischen Terrorangriff auf dem Berliner CSD bekundete auch die Linke Neukölln ihre Anteilnahme.
Allerdings fällt in dem Beitrag das Wort „Islamismus“ nicht ein Mal. Der 21-jährige mutmaßliche Attentäter war den Behörden als Angehöriger der islamistischen Szene bekannt. Im Statement heißt es, dass man sich dagegen wehre, die Tat für „rassistische, antimuslimische oder sonstige reaktionäre Hetze“ zu instrumentalisieren.
Stattdessen schreibt die Linke Neukölln weiter: „Mit dem Erstarken der Rechten und antifeministischer Kräfte nehmen auch Queer- und Transfeindlichkeit zu.“ „Hasserfüllte Angriffe rechter Kräfte“ würden den Boden für solche Angriffe bereiten, hieß es in der Stellungnahme.
Evers wirft Partei „Realitätsverweigerung“ vor
„Die Realitätsverweigerung im Umgang mit politischem Islam und Islamismus ist Teil des Problems dieser Linken“, kommentiert Stefan Evers, CDU-Spitzenkandidat bei der Berlin-Wahl bei WELT TV den Beitrag.
„In dieser Stadt gibt es ein Problem mit Islamismus und der zunehmenden Gewaltbereitschaft. Und wenn wir das schon nicht beim Namen nennen, dann werden wir es auch nicht lösen können“, sagt Evers weiter. Er hält die Linke in Berlin für eine Gefahr „auf vielen Ebenen“. „Ich will diese Partei nicht an der Regierung sehen. Ich werde alles tun, um das zu verhindern.“
SPD-Queerbeauftragter zählt Islamisten zu „Konservativen“
Rückhalt bekam die „Linke“ hingegen vom SPD-Queerbeauftragten Alfonso Pantisano. Dieser ist der Bruder des Linken-Politikers Luigi Pantisano. In der rbb-Abendschau sprach der Queerbeauftragte nach dem Anschlag von einem Angriff „konservativer Kräfte“. Als er in einer späteren Sendung darauf angesprochen wurde, ob er das noch einmal so sagen würde, bekräftigte er seine Wortwahl. „Unter konservative Kräfte zähle ich auch alle religiösen Gruppen, die ein Problem mit uns haben. Und die Islamisten gehören da dazu.“ Es gebe ein Problem mit einigen Menschen im Islam, „die all das, was wir leben, verteufeln. Das haben wir in vielen anderen Religionen auch“, verteidigte sich der SPD-Politiker.
In den sozialen Medien machte sich Unmut breit. Pantisano würde die islamistische Gefahr verharmlosen, hieß es dazu bei X.
Bei einer Amokfahrt am Samstagabend unweit des Christopher Street Days (CSD) war der 21-jährige Abdul Ballout mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau starb dabei, 29 weitere wurden teils schwer verletzt. Die Bundesregierung geht von einem islamistischen Anschlag aus. Ballout war daraufhin geflohen und konnte am Sonntagabend nach intensiver Fahndung gestellt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde er dabei angeschossen und erlag anschließend den Verletzungen. Er hatte zuvor Polizisten mit einer Stichwaffe angegriffen. Daraufhin sei auf ihn geschossen worden. Trotz Reanimationsmaßnahmen sei er gestorben, teilte die Berliner Polizei auf der Plattform X mit.
Ballout war deutscher Staatsbürger und hatte einen libanesischen Hintergrund. Der Berliner Generalstaatsanwaltschaft zufolge hatte er sich in den vergangenen Monaten radikalisiert und 2025 mehrmals versucht, sich im Ausland der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen. Im Mai wurde er demnach zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein.
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