US-Präsident Donald Trump soll Anfang Juli beim Abflug vom Nato-Gipfel in der Türkei wegen einer konkreten Anschlagsgefahr durch iranische Verbündete kurzfristig das Flugzeug gewechselt haben. Wie die „New York Times“ berichtet, drängte der Secret Service Trump dazu, die Türkei am 8. Juli mit der bisherigen Air Force One statt mit der neuen, von Katar gestifteten Maschine zu verlassen.

US-Behörden hätten während Trumps Aufenthalt beim Nato-Gipfel in Ankara eine glaubhafte Bedrohung gegen den Präsidenten erkannt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Der US-Sender CBS bestätigte den Bericht später unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter. Demnach lagen Hinweise auf einen Plan vor, eine Rakete auf Trumps Flugzeug abzufeuern.

Die von Katar geschenkte Maschine auf der Joint Base Andrews in Maryland

Trump war mit der von Katar gestifteten Boeing 747-8 in die türkische Hauptstadt geflogen. Während seines Aufenthalts nahmen die USA ihre Luftangriffe auf den Iran wieder auf. Am Morgen des 8. Juli sei Trump in seinem Hotel über die Bedrohung informiert worden. Der Secret Service habe daraufhin eine Änderung der Abreisepläne verlangt.

Der Präsident flog schließlich mit der älteren Air Force One von Ankara zu einem US-Luftwaffenstützpunkt im britischen Mildenhall. Dort wechselte er zurück in die neue Maschine und setzte seine Reise in die USA fort. Öffentlich erklärte Trump damals lediglich, er nutze das bisherige Flugzeug „um der alten Zeiten willen“. Die Sicherheitsbedrohung erwähnte er nicht. Die Regierung und Trump selbst hatten bestritten, dass Sicherheitsbedenken der Grund für den Flugzeugwechsel gewesen seien.

Berichte über Sicherheitslücken bei neuer Air Force One

Nach Angaben von CBS verfügen die älteren Präsidentenmaschinen unter anderem über Lasertechnik zur Abwehr anfliegender Raketen und weitere Schutzsysteme. Welche Abwehrtechnik in die von Katar gestiftete Boeing eingebaut wurde, ist unklar. Die Bedrohung habe sich nach Angaben von US-Vertretern allerdings nicht gezielt gegen die neue Maschine gerichtet, sondern gegen Trump und das von ihm jeweils genutzte Flugzeug.

Die „New York Times“ hat sich in mehreren Artikeln der neuen Air Force One gewidmet – und damit auch den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen. Mehrere „New York Times“-Journalisten erhielten Vorladungen der Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan. Doch die „New York Times“ setzte sich dagegen zur Wehr. Schließlich teilte das US-Justizministerium mit, die Vorladungen zurückzuziehen. Der Anwalt der „New York Times“, David McCraw, sprach von einer „wichtigen Bestätigung des Bekenntnisses unseres Landes zur Pressefreiheit“.

Das Weiße Haus kündigte inzwischen an, die neue Air Force One im Herbst für zusätzliche technische Verbesserungen vorübergehend außer Dienst zu stellen. Während der Arbeiten soll Trump wieder die ältere Maschine nutzen. Die Regierung betont, auch das neue Flugzeug sei für Reisen des Präsidenten sicher.

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