Grünen-Chefin Franziska Brantner sieht in dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn eine Chance für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Das wäre doch jetzt der Moment für Herrn Merz, wirklich zu sagen: Jetzt Tabula rasa, wir gehen jetzt nochmal neu los“, sagte Brantner im ARD-„Sommerinterview“. Es müsse jetzt vorangehen. Der Bundeskanzler habe jetzt die Chance, sich zu befreien „im Kabinett von allen, die da handwerkliche Schwächen haben und von jenen, die ideologisch verbohrt sind“.

Merz selbst hatte am Nachmittag einen Personalumbau in der Bundesregierung nicht ausgeschlossen. „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagte er im ZDF-„Sommerinterview“. Er verwies zugleich aber wiederholt darauf, dass man hier im Konjunktiv spreche.

Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn Georg zur Welt. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn als CDU-Politiker mitgetragen hat. In der Union, für die die Leihmutterschaft ein emotional sehr aufgeladenes Thema ist, brach ein Sturm der Empörung los.

Am Samstag beugte sich Spahn dem rasant wachsenden Druck, der nicht zuletzt vom Kanzler selbst kam, und informierte die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion über seinen Rücktritt. „Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste“, schrieb er.

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