ICE setzt Großteil von Fahrzeugkontrollen nach tödlichen Einsätzen aus
Nachdem innerhalb weniger Tage zwei Einwanderer bei ICE-Einsätzen getötet wurden, nimmt die US-Migrationsbehörde Medienberichten zufolge Änderungen an ihrer Vorgehensweise vor. Ein Großteil der nicht dringend erforderlichen Fahrzeugkontrollen bei Einsätzen werde zumindest vorerst eingestellt, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf informierte Quellen.
„Wir überprüfen ständig unser Vorgehen, um unsere Beamten sicher und Kriminelle von den Straßen wegzuhalten“, hieß es auf Anfrage von einem ICE-Sprecher. „Wir werden unsere Strafverfolgungstaktiken nicht preisgeben oder diskutieren.“
Zuvor war bei einem Einsatz im Bundesstaat Texas ein Einwanderer getötet worden, wenige Tage später auch im Bundesstaat Maine. Beide Vorfälle ereigneten sich im Rahmen von Fahrzeugkontrollen.
Beim Vorfall in Main sollte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft ein Bescheid zur Abschiebung durchgesetzt werden. Als der Verdächtige versucht habe, mit einem Auto in Richtung eines ICE-Beamten zu fliehen, habe dieser das Feuer eröffnet. Der ICE-Beamte sei suspendiert worden. Die US-Bundespolizei FBI leitete Ermittlungen ein.
Zwei Hilfsorganisationen, die in Maine für die Rechte Zugewanderter eintreten, identifizierten das Opfer als den 26-jährigen Kolumbianer, ohne seinen Namen zu nennen. Er habe eine Aufenthaltserlaubnis in den USA gehabt, erklärten sie. Sein Tod dürfe nicht zu einer „Fußnote“ in den Statistiken werden, forderte die Vorsitzende der Organisation Presente Main, Crystal Cron.
Senatorin drängte US-Regierung zu Einstellung der Kontrollen
Susan Collins, republikanische Senatorin aus Maine, teilte mit, sie habe mit Markwayne Mullin, dem Minister für innere Sicherheit in der Regierung von US-Präsident Donald Trump, gesprochen und ihn gedrängt, alle nicht dringend erforderlichen Fahrzeugkontrollen einzustellen.
Gegen das Vorgehen von ICE gibt es schon seit langem lautstarke Proteste in den USA. Im Januar hatten Bundesbeamte bei Einsätzen die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti erschossen. Das Vorgehen der Beamten hatte für einen landesweiten Aufschrei gesorgt.
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