Wegen des Verdachts auf Korruption und Begünstigung haben Ermittler den Amtssitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron durchsucht. Konkret sei es um die Vergabe öffentlicher Aufträge für Festakte im Panthéon gegangen, teilte die Finanzstaatsanwaltschaft (PNF) in Paris am Freitag mit. Das Präsidialamt habe die Durchsuchung zugelassen, da diese nicht Präsident Macron selbst zum Ziel gehabt habe, erklärte das Amt.

Nach Berichten des Enthüllungsblatts „Le Canard Enchaîné“ waren Festakte zur Aufnahme berühmter Persönlichkeiten in die nationale Ruhmeshalle seit gut zwei Jahrzehnten immer von derselben Eventfirma namens Shortcut Events organisiert worden. Diese habe dafür jeweils etwa zwei Millionen Euro in Rechnung gestellt.

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Die Eventfirma organisierte demnach auch den Festakt zum 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie und weitere Großveranstaltungen. Die Vorwürfe betreffen demnach auch die Amtszeiten von Macrons Vorgängern François Hollande und Nicolas Sarkozy.

Das Präsidialamt teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, die Durchsuchung sei auch deshalb zugelassen worden, weil zuvor geklärt worden sei, dass die Ermittler weder den besonderen Schutz des Präsidenten noch das Militärgeheimnis verletzen würden.

Ein erster Durchsuchungsversuch in dieser Affäre war im April gescheitert. Das Präsidialamt hatte damals den Ermittlern mit Verweis auf die strafrechtliche Immunität des Präsidenten den Zugang zum Elysée-Palast verweigert.

Macron hatte in seiner Amtszeit neben anderen die Frauenrechtlerin Simone Veil, die in den USA geborene Sängerin Josephine Baker und den Politiker Robert in das Panthéon aufgenommen. Dies war jedes Mal von einer aufwendigen Inszenierung begleitet gewesen.

Das Panthéon ist eine ehemalige Kirche, die während der Französischen Revolution in eine nationale Ruhmeshalle umgewidmet wurde. Sie ist laut Inschrift auf der Fassade den „großen Männern“ gewidmet. Die Wissenschaftlerin Marie Curie und die Widerstandskämpferinnen Geneviève de Gaulle-Anthonioz und Germaine Tillion waren die ersten Frauen, die aufgrund ihrer Verdienste ins Panthéon aufgenommen wurden.

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