Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den aus Afghanistan stammenden Dänen Ali S. und den Afghanen Tawab M. erhoben. S. wird vorgeworfen, für die iranischen Revolutionsgarden gearbeitet und mögliche Attentate in Deutschland vorbereitet zu haben. Er sollte demnach Informationen über zwei potenzielle Zielpersonen beschaffen: Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Volker Beck, ehemaligen Grünenpolitiker und Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Auf Beck sollte dann ein Mordanschlag verübt werden. Zuerst berichtete der „Spiegel“ darüber.

S. war im Sommer 2025 in Dänemark festgenommen und dann nach Deutschland ausgeliefert worden. M. war im November 2025 dort festgenommen und ebenfalls überstellt worden. Beide befinden sich seitdem in Untersuchungshaft.

S. wird Agententätigkeit zu Sabotagezwecken sowie der Versuch der Beteiligung an Verbrechen des Mordes und der schweren Brandstiftung vorgeworfen. M. wird versuchte Beteiligung an einem Mord zur Last gelegt.

Laut der Anklage, die vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg erhoben wurde, soll S. Anfang 2025 aus Teheran den Auftrag erhalten haben, Schuster und Beck auszuspähen. Außerdem sollte er einen jüdischen Lebensmittelhändler und einen koscheren Supermarkt in Berlin ausspionieren. Die Spionageaktionen hätten laut Ermittlern der „Vorbereitung von Mord- und Brandanschlägen“ gedient.

Spätestens ab Mai 2025 soll S. Kontakt zu dem 52-jährigen Afghanen Tawab M. aufgenommen haben, der ebenfalls angeklagt wurde. Laut den Ermittlern soll sich M. bereit erklärt haben, eine Waffe zu besorgen und einen Dritten zu einem Mordanschlag auf Beck zu veranlassen.

Beck sagte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Die Ermittlungen zeigen, dass der Iran Deutschland und seine Bürger angreift.“ Das mache ihn natürlich „sehr besorgt“. Er wolle sich nicht einschüchtern lassen. Außerdem fordert er Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf, den iranischen Botschafter auszuweisen.

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