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Keir Starmer unter Druck: Im Vereinigten Königreich könnte bald der nächste Wechsel eines Premiers anstehen. Und: Oliver Bierhoff über sein Golden Goal. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

für Stabilität hat man im Vereinigten Königreich seit Jahrhunderten das Königshaus. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Fluktuation auf dem Posten des Regierungschefs so hoch ist. In den vergangenen zehn Jahren gab es fünf Premierminister, keiner schaffte mehr als drei Jahre im Amt. Nimmt man die letzten vier Premiers, dauerte ihre durchschnittliche Amtszeit fast auf den Tag genau zwei Jahre (ich habe eben nachgerechnet).

Fast könnte man meinen, es läge ein Fluch auf der Downing Street 10 – dem Amts- und Wohnsitz des Premierministers in London. Das Haus mit der schweren schwarzen Tür spuckt seine Bewohner in regelmäßigen Abständen wieder aus. Die Umstände des Auszugs sind meist eher unangenehm.

Wie lange bleibt Keir Starmer noch Premierminister?

Das mit dem Fluch stimmt natürlich nicht ganz. Dass sich schon länger niemand langfristig in der Downing Street einrichten konnte, liegt in der Regel an den Bewohnern selbst. So auch bei Keir Starmer. Sein Einzug jährt sich in siebeneinhalb Wochen zum zweiten Mal. Dann hätte er immerhin die durchschnittliche Halbwertszeit seiner Vorgänger erreicht. Ob Starmer diese Marke aber tatsächlich erreicht, ist fraglich.

Der Premierminister hat mit heftigem Gegenwind aus dem engsten Kreis zu kämpfen. Mehr als 90 Abgeordnete seiner Labour-Partei haben ihn zum Rücktritt aufgefordert. 81 Stimmen sind notwendig, um Starmer abzulösen. Ein politisches Nachrichtenportal hat dafür sogar einen Tracker eingerichtet, der ein wenig an den Salat erinnert, der gegen Starmers Vor-Vorgängerin Liz Truss antrat – sie kam nur auf mickrige 49 Tage an Londons berühmtester Adresse. Auch zwei Kabinettsmitglieder sollen laut britischen Medienberichten Starmer den Rücktritt nahegelegt haben.

Unmittelbarer Anlass sind die desaströsen Wahlergebnisse der Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen. Selbst in ihrer Hochburg Wales wurde die Arbeiterpartei abgestraft. Starmer stand aber schon länger unter Druck, weil nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten bekannt geworden war, dass sein Parteikollege Peter Mandelson eng mit dem Sexualstraftäter verbandelt war. Der Premier hatte darüber Bescheid gewusst und Mandelson dennoch zum Botschafter in den USA ernannt. Dass Starmer nach dieser Affäre überhaupt noch im Amt ist, wundert einige.

Vorerst sieht es so aus, als könnte der 63-Jährige auch weiter dem vermeintlichen Fluch der Downing Street 10 trotzen. In einer Kabinettssitzung machte Starmer klar, dass er im Amt bleiben wolle: „Das Land erwartet von uns, dass wir weiter regieren. Das tue ich, und das müssen wir als Kabinett tun.“ Dafür gab es demonstrativen Zuspruch von seinen Ministern.

Ob seiner Partei das reicht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Es rumort weiter, vier Junior-Minister sind bereits mit deutlicher Kritik an Starmer zurückgetreten. Und selbst wenn es nicht zur Revolte kommt: In die nächste Krise geht der Premierminister geschwächt – und die nächste Krise, so viel ist nicht nur in UK sicher, kommt bestimmt. 

Oliver Bierhoff über sein Golden Goal 1996 und die WM

Bald ist es 30 Jahre her, dass Deutschland zum letzten Mal Fußball-Europameister wurde. Der Titel in England ist natürlich vor allem mit einem Namen verknüpft: Oliver Bierhoff. Wie der Stürmer im Finale eingewechselt wurde und dann zwei Tore erzielte, darunter das entscheidende Golden Goal, daran können sich sicherlich auch viele von Ihnen noch erinnern.

Im stern-Interview blickt Bierhoff zurück auf seinen historischen Treffer, seine Zeit beim DFB und spricht auch über die bevorstehende Weltmeisterschaft.

Oliver Bierhoff „Lasst die Mannschaft in Ruhe!“

5-Minuten-Talk: Winfried Kretschmann tritt ab

Winfried Kretschmann hat heute seinen letzten Arbeitstag. Der 77-Jährige hat Geschichte geschrieben: Er war der erste grüne Ministerpräsident in Deutschland. Jetzt tritt er nach 15 Jahren ab und übergibt die Amtsgeschäfte in Baden-Württemberg an seinen Nachfolger und Parteikollegen Cem Özdemir.

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Podcast „5-Minuten-Talk“ Abschied von Winfried Kretschmann: Next stop Bellevue?

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Das passiert am Mittwoch, dem 13. Mai

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Eugen Epp

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