Griechischer Minister warnt – 550.000 Migranten warten in Libyen auf Überfahrt nach Europa
Rund 550.000 Migranten warten nach Angaben des griechischen Migrationsministers Thanos Plevris derzeit in Libyen auf eine Gelegenheit, nach Europa überzusetzen. Athen arbeite deshalb eng mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie mit den libyschen Behörden zusammen, um Schleuserbanden zu bekämpfen, Boote frühzeitig zu erkennen und Abfahrten von der nordafrikanischen Küste zu verhindern.
Die Migrationsströme in der östlichen Ägäis seien im Vergleich zu 2025 um etwa 70 Prozent zurückgegangen, sagte Minister Plevris der griechischen Rundfunkanstalt ERT. Er führte diese Entwicklung auf die Zusammenarbeit mit der türkischen Küstenwache und auf Überwachungsmaßnahmen zurück. Das größte Problem sei derzeit Libyen.
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund neuer Ankünfte südlich von Kreta. Die griechische Küstenwache brachte am Sonntag insgesamt 125 Migranten in Sicherheit, die in zwei Booten südlich der Mittelmeerinsel unterwegs waren, berichtete der staatliche Rundfunk. Zwischen Libyen und Kreta herrscht derzeit ruhiges Wetter mit leichten Winden, teilte das griechische Wetteramt mit. Offiziere der Küstenwache gehen davon aus, dass weitere Boote aus Libyen Richtung Kreta in See gestochen sind.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Migranten über den Seeweg griechische Inseln und damit die Europäische Union. Im östlichen Mittelmeer registrierte das Hilfswerk im selben Zeitraum 107 Todesopfer. Der Weg über das Mittelmeer gilt als eine der weltweit gefährlichsten Migrationsrouten. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind auf der Überfahrt seit Beginn des Jahres etwa 1050 Menschen gestorben oder sie werden vermisst.
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