Trump vor China–Staatsbesuch: „Der US-Präsident kommt bei Xi rasiert an“
Im Vorfeld des angekündigten Staatsbesuchs bei Chinas Machthaber Xi Jinping am Donnerstag kommender Woche holt die Realität des gescheiterten Iran-Kriegs den US-Präsidenten nach Ansicht des Sicherheitsexperten Christian Mölling endgültig ein. „Der Trumpsche Ansatz, schneller zu sein als die eigenen Lügen, funktioniert nicht mehr. Der Iran ist ein Desaster“, sagt Mölling, Senior Advisor beim Brüsseler Think Tank „European Policy Center“ in der neuesten Ausgabe des stern-Podcasts „Die Lage – International“. Die Verhandlungslösung, der der US-Präsident seit Wochen das Wort redet, sei weiter nicht greifbar, weil die Iraner nun dazu übergegangen seien, die Schwäche der USA auszunutzen. „Es sieht nicht so aus, als ob die Iraner die USA schon vom Haken lassen.“
Dieses Kalkül Teherans nützt laut Mölling auch Irans Verbündetem China. „Die Iraner werden alles tun, um für sich das Beste herauszuholen, und holen gleichzeitig das Beste für ihre Partner, die Chinesen, raus“, sagt der Politologe mit Blick auf den Besuch des iranischen Außenministers in Peking diese Woche – nur wenige Tage vor Trumps lange geplantem Staatsbesuch bei Xi Jinping. „Man muss sich das vorstellen: Trump fährt dahin und kommt quasi schon rasiert an.“
Trump, Deutschland und die Tomahawks: „Logistik gewinnt Kriege“
Dass Trump aus Ärger über die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz am Iran-Krieg die Stationierung von US‑Mittelstreckenraketen in Deutschland abgesagt hat, hinterlässt nach Ansicht Möllings eine „Abschreckungslücke“, die die Europäer jetzt rasch schließen müssen. Die konventionelle Abschreckung mit Raketen dieser Reichweite sei ein zentrales Element der bestehenden NATO‑Strategie, Russland im Falle eines Angriffs schon auf eigenem Territorium zu bekämpfen. „Wenn sie diese Fähigkeit nicht haben, bedeutet es, dass sie ganz anders kämpfen müssen“, so Mölling. Dann rückten die europäischen NATO‑Länder im Kriegsfall näher an das Ukraine-Szenario eines langen Abnutzungskriegs heran. Doch dafür sei Europa industriell nicht aufgestellt. „Logistik gewinnt Kriege“, so Mölling.
Gefragt seien nun günstige, kurzfristig verfügbare Alternativen zu US-Systemen wie den Mittelstreckenraketen vom Typ „Tomahawk“. Europäische Rüstungsfirmen könnten diese laut Mölling durchaus anbieten, darunter auch Firmen aus Deutschland. „Die können halt ein bisschen weniger. Aber Systeme, die günstig und schnell verfügbar sind, sind immer noch besser als nichts“, so der Experte. Wichtig sei, nun rasch die finanziellen Grundlagen für die Produktion eigener Systeme zu schaffen. „Alle suchen jetzt händeringend nach der Lösung.“
Nach Beginn des gemeinsamen israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran holt die Realität den US‑Präsidenten nach Ansicht des Sicherheitsexperten Christian Mölling endgültig ein. Denn ein Deal mit der Islamischen Republik ist weiter nicht in Sicht, auch weil es „nicht so aussieht, als würden die Iraner die USA schon vom Haken lassen“
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