Drogenbaron „El Chapo“ beantragt Verlegung nach Mexiko
Der unter anderem wegen Drogenhandels und Geldwäsche in den USA inhaftierte mexikanische Drogenbaron Joaquín „El Chapo“ Guzmán hat seine Verlegung aus den USA nach Mexiko beantragt. In einem an ein US-Bundesgericht in New York übermittelten Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, bat Guzmán die US-Behörden um die Ermöglichung einer Rückkehr in sein Geburtsland. Er stellte nicht klar, ob sein Antrag darauf abzielt, den Rest seiner Strafe in Mexiko abzusitzen.
In einem weiteren Schreiben vom 20. April hatte Guzmán beklagt, dass seine Anfragen zu den Unterlagen, die seiner Verurteilung zugrunde liegen, unbeantwortet geblieben seien. Diese Dokumente würden „meine grausame Bestrafung“ nicht rechtfertigen, schrieb er. „Das Urteil in meinem Prozess war nicht fair.“ Der ehemalige Drogenboss hatte sich in früheren Gefängnisbriefen wiederholt über Isolation, schlechte Bedingungen in seiner Zelle und den Mangel an Familienbesuchen beklagt.
„El Chapo“ soll für zahlreiche Morde verantwortlich sein
Guzmán war im Jahr 2017 in die USA ausgeliefert worden, nachdem er zweimal aus mexikanischen Gefängnissen entkommen war. Er wurde zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt, die er in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado verbüßt.
Das berüchtigte von Guzmán geleitete Sinaloa-Kartell schmuggelte nach Angaben des US-Justizministeriums in einem Zeitraum von 25 Jahren mehr als 495 Tonnen Kokain, 99 Tonnen Heroin, 49 Tonnen Metamphetamine und 99 Tonnen Marihuana in die USA. Aus Justizakten geht hervor, dass „El Chapo“ zudem hinter zahlreichen Morden steckt.
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