Syrische Regierung räumt Festnahme deutscher Journalistin ein
Die seit Monaten in Syrien vermisste deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann befindet sich nach Angaben der Regierung in Damaskus in syrischer Haft. Die 36-Jährige und ein Türke seien von Kräften des Innenministeriums bei einer Durchsuchung in Al-Rakka in einem Gebäude gefunden worden, das von der kurdisch geführten Miliz SDF als Sicherheitsquartier genutzt worden sei, teilte das syrische Informationsministerium am Donnerstag mit. Beide hätten ihre Identität zunächst nicht preisgeben wollen.
Das Ministerium erklärte, sie seien formell verhaftet worden. „Es sind rechtliche Schritte eingeleitet worden, um die Überstellung an die zuständigen Justizbehörden vorzubereiten“, hieß es. Was ihnen genau vorgeworfen wird, erklärte das Ministerium nicht.
Michelmann war nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten zuletzt am 18. Januar gesehen worden. Damals waren sie und ihr kurdisch-türkischer Kollege Ahmed Polad von syrischen Regierungstruppen bei der Einnahme von Al-Rakka während der Militäroperationen gegen die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) festgenommen worden. Sie arbeiteten demnach für die in Istanbul ansässige Nachrichtenagentur ETHA und Özgür TV. Michelmanns deutscher Anwalt sagte vor wenigen Tagen, seiner Mandantin gehe es gesundheitlich wahrscheinlich sehr schlecht. Das Auswärtige Amt teilte mit, es stehe in Kontakt mit der Journalistin.
Das syrische Informationsministerium erklärte, Michelmann und ihr Begleiter hätten in einer ersten Befragung „behauptet, humanitäre Arbeit zu leisten und keine journalistische Rolle zu spielen“. Ihre Aussage, dass sie für die Vereinten Nationen arbeiten würden, habe sich als falsch herausgestellt. Sie hätten versucht, zu fliehen und seien erneut festgenommen worden, weil der Verdacht bestehe, „dass es sich bei ihnen um ausländische Kämpfer handeln könnte, die sich illegal in Syrien aufhalten“.
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