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Am Ende sahen die Mitglieder ein, dass ihr Kampf vergeblich war. Vor 25 Jahren löste sich die RAF auf, nachdem sie jahrzehntelang für Tod und Blutvergießen in Deutschland verantwortlich war. Ein Foto-Rückblick auf den linksextremen Terror der 1970er bis 1990er Jahre.

Am 20. April 1998 wird der jahrzehntelange Terror für beendet erklärt. Bei mehreren Medien geht ein achtseitiges Schreiben ein. "Vor fast 28 Jahren, am 14. Mai 1970, entstand in einer Befreiungsaktion die RAF. Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte."

Die Rote Armee Fraktion gibt ihre Auflösung bekannt – nach mindestens 34 Morden, die die Bundesanwaltschaft ihren Mitgliedern zur Last legt.

RAF-Mitglieder begehen bis zur Auflösung Dutzende Morde

Der erste ereignet sich 1971 an einem Polizisten während eines Festnahmeversuchs in Hamburg. Es folgen unter anderem Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Dresdner-Bank-Vorstandschef Jürgen Ponto und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, die im "Deutschen Herbst", der beispiellosen Terrorserie 1977, getötet werden. Das letzte Mordopfer der selbsternannten Stadtguerilla ist 1991 der Chef der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder.

© Gruner + Jahr

Mehr zum Thema

Mehr zum Terror der RAF lesen Sie in "Geo Epoche: Rote Armee Fraktion. Deutschland und der Terrorismus". Die Ausgabe des Magazins für Geschichte können Sie hier bestellen oder hier als E-Paper lesen. Lesen Sie daraus auch: "RAF-Attentate auf Buback und Ponto – Der Doppelschlag der neuen Generation".

Der Blutspur der RAF bringt den deutschen Rechtsstaat an den Rand seiner Selbstaufgabe. Immer schärfere Gesetze zum Kampf gegen den Terror passieren den Bundestag, "konspirative Wohnung" oder "Rasterfahndung" werden Worte der Jahre 1978 und 1980, Fahndungsplakate hängen zur Hochzeit des RAF-Terrors in fast jedem Postamt, die Gesellschaft ist extrem polarisiert.

+++ Lesen Sie auch: "'Operation Feuerzauber' und Todesnacht von Stammheim – mit dem 'Deutschen Herbst' endet das Terrorjahr 1977 +++

Letztlich kann sich die Rote Armee Fraktion mit ihrer Gewalt nicht durchsetzen, das sehen am Ende auch die Terroristinnen und Terroristen so; insgesamt waren es zwischen 60 und 80 Personen. "Die RAF war der revolutionäre Versuch einer Minderheit, entgegen der Tendenz dieser Gesellschaft, zur Umwälzung der kapitalistischen Verhältnisse beizutragen. Wir sind froh, Teil dieses Versuchs gewesen zu sein. Das Ende dieses Projekts zeigt, dass wir auf diesem Weg nicht durchkommen konnten", schreiben die verbliebenen Mitglieder in ihrer Selbstauflösung vor 25 Jahren. Das Schreiben ist der Schlussakkord unter einem ebenso blutigen wie prägenden Kapitel westdeutscher Zeitgeschichte

Sehen Sie in der Fotostrecke oben: "Drei Jahrzehnte des Terrors – die Geschichte der Roten Armee Fraktion in Bildern".

Diese Fotostrecke wurde erstmals im April 2023 veröffentlicht. 

 

mit Material der AFP und von "Geo Epoche", Nr. 72
  • RAF
  • Rote Armee Fraktion
  • Rechtsstaat
  • Bundesanwaltschaft
  • Hamburg
  • Siegfried Buback
  • Jürgen Ponto
  • Hanns Martin Schleyer

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