USA skizzieren offenbar Nato‑Rauswurf Spaniens – Sánchez reagiert gelassen
Ein Medienbericht über angebliche Überlegungen in der US-Regierung, Spanien wegen seines Widerstands im Iran‑Krieg aus der Nato auszuschließen, sorgt für Unruhe. Demnach soll das US‑Kriegsministerium in einer internen E‑Mail mögliche Strafmaßnahmen gegen Bündnispartner aufgelistet haben, die sich gegen den Krieg stellen – darunter auch den Ausschluss Spaniens. Ein solcher Schritt ist im Nordatlantikvertrag allerdings nicht vorgesehen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez reagierte gelassen und erklärte, man arbeite „nicht auf Grundlage von E‑Mails, sondern von offiziellen Dokumenten“.
„Spanien ist ein verlässliches Mitglied der Nato, das all seine Verpflichtungen erfüllt“, sagte Sánchez am Freitag beim EU-Gipfeltreffen in Zypern. „Also mache ich mir gar keine Sorgen“, fügte er hinzu.
Auch die Bundesregierung stärkte Spanien den Rücken. Das Land sei ein verlässlicher Bündnispartner und es gebe keinen Grund, an seiner Nato-Mitgliedschaft zu zweifeln, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.
Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni rief die Militärallianz zur Geschlossenheit auf. „Die Nato muss geeint bleiben. Ich glaube, dass dies eine Quelle der Stärke ist“, sagte Meloni am Rande des EU-Gipfeltreffens in Zypern. „Wir müssen daran arbeiten, den europäischen Pfeiler der Nato zu stärken (...), der eindeutig den amerikanischen Pfeiler ergänzen muss“, fügte sie hinzu.
Der linksgerichtete Sánchez liegt seit Längerem mit dem rechtspopulistischen US-Präsidenten Donald Trump im Clinch. Zuletzt zog Sánchez Trumps Zorn auf sich, weil sich Madrid weigerte, dem US-Militär im Iran-Krieg die Nutzung von Militärstützpunkten in Spanien für Angriffe zu erlauben. In der Folge drohte Trump Madrid damit, „den gesamten Handel“ zwischen beiden Ländern einzustellen.
Mitte 2025 hatte sich der Sozialist Sánchez dagegen gesträubt, das von Trump gewünschte Fünf-Prozent-Ziel der Nato bei den Verteidigungsausgaben zu erfüllen. Als Vergeltung hatte Trump damals zusätzliche Zölle auf Produkte aus Spanien ins Spiel gebracht.
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