Zu schnell, zu spät und jetzt ein Crash – Armin Laschets missliche Verkehrsbilanz
Armin Laschet war schon vieles in seinem Leben: jüngster Ratsherr des Aachener Stadtrats, Abgeordneter in Brüssel, Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen, schließlich Ministerpräsident. Er war auch glückloser CDU-Kanzlerkandidat, kein Kanzler, ein verhinderter Bundesaußenminister.
Immerhin Verkehrsminister wollte Laschet nie werden, zumindest ist das nicht überliefert. Aber vielleicht hätte er in dem Amt etwas zu erzählen? In Sachen Verkehr hat er jedenfalls ein paar einschlägige Erfahrungen.
Armin Laschet sprach schon 2012 von einem „Wachrüttler“
Gerade machte der passionierte E-Scooter-Fahrer wieder einmal mit verkehrsbezogenen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Bei einem Unfall mit dem verhältnismäßig neuartigen Fahrgerät hat er sich die Schulter gebrochen. Viel mehr ist zu dem Vorfall bislang nicht bekannt. Ihm gehe es aber „den Umständen entsprechend gut“, sagte der Bundestagsabgeordnete, dieser Tage stilecht und folgerichtig mit Armschlinge unterwegs, dem Sender RTL, zu dem auch der stern gehört.
Einen Aufruf zu Sicherheitstrainings für E-Scooter, gerade für die fortgeschrittene Generation – wer könnte das dieser Tage besser verkörpern? Auch bei Maßnahmen gegen innerörtliche Raserei, bei Kampagnen zu „Augen auf, auch beim Parken“ und bei dem politischen Einsatz gegen zu viele Grenzkontrollen von unschuldigen Autofahrern hätte der 65 Jahre alte Bundestagsabgeordnete einige persönliche Lebenserfahrung beizutragen. Lebensnähe, die politische Währung schlechthin – im Verkehrsbereich wäre sie bei dem CDU-Politiker Laschet jedenfalls gegeben.
Er dürfte in den Augen vieler auch einfach nur Mensch sein. Jeder fünfte Autofahrer hierzulande hat einen Punkt in Flensburg. Laschet ist einer von ihnen.
Die Auffälligkeiten, sie begannen früh. Man erinnere sich an das Jahr 2012, genauer an den 30. Juni, einen Samstag. Gerade erst hat die CDU in Nordrhein-Westfalen bei den Landtagswahlen eine herbe Niederlage eingefahren. Der Sonderparteitag in Krefeld sollte der Tag des Triumphes von Armin Laschet sein: Endlich Landeschef!
Mit dieser Aussicht dürfte er beschwingt vorgefahren sein, vor die Tore einer Halle, in der sich sonst Eishockeyspieler fetzen. Doch fuhr da gerade auch Elmar Brok auf dem Parkplatz. Der Europaabgeordnete bremste nicht, fuhr heftig auf Laschets Wagen auf und schob den schwarzen BMW samt dem Insassen gegen einen Baumstamm. Fotos von damals zeigen Laschets schwer demolierten Wagen.
Was für ein Schreck für den Aachener, der später am Tag tatsächlich noch CDU-Landeschef wurde. Von einem „Wachrüttler“ sprach Laschet. Und doch war das nur der Auftakt zu weiteren Vorfällen.
Vor zwei Jahren zum Beispiel wurde Laschet in seiner Heimatstadt Aachen mit sagenhaften 47 Kilometern pro Stunde zu schnell innerorts geblitzt. Medienberichten zufolge meldete sich der Raser am darauffolgenden Tag selbst bei der Polizei, um zu erklären: Er habe an einer Ampel Vollgas gegeben, weil er sich verfolgt gefühlt habe. Von einer „aufwühlenden Begebenheit“ sprach Laschet damals. Doch es half ihm nichts: zwei Punkte in Flensburg, ein Bußgeld, der Führerschein für einen Monat weg.
Bei einem anderen Vorfall kam es durch den bekennenden E-Scooter-Liebhaber zu heller Aufregung bei Berliner Polizisten und im Bendlerblock. An besagtem Tag fuhr Laschet, wie er das oft macht, von seiner Berliner Wohnung in den Bundestag. In der Hauptstadt wohnt Laschet in derselben Straße wie sein doppeltes Lottchen aus Niedersachsen: Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister für die SPD, mit einem entsprechend erhöhten Sicherheitsprotokoll. Nach Sichtung Laschets hätten die Beamten in Pistorius’ Ministerium angerufen und gesagt: „Der Minister kann nicht mit dem E-Scooter durch die Gegend fahren“, so erzählte es Laschet schließlich in einem Podcast. „Und es war gar nicht er, sondern ich.“

CDU-Politiker Laschet ist genervt, weil er häufig für Pistorius gehalten wird
In einem Interview mit dem stern machte Laschet ein weiteres Vorkommnis öffentlich. 2024 sei er nach Straßburg zum Europarat gereist. „Man fährt von Aachen durch die Ardennen und kommt in der Südeifel an, in Rheinland-Pfalz“, sagte Laschet. „Nicht gerade eine der Hauptflüchtlingsrouten. Aber plötzlich stand da in Winterspelt die Bundespolizei, die mich anhielt und kontrollierte.“
Das aber ist eigentlich auch eine Geschichte über den vorbildlichen Verkehrsteilnehmer Laschet, denn das ist er ja trotz allem auch. Probleme habe er bei dieser Grenzkontrolle keine bekommen, erklärte er. „Ich konnte mich ausweisen.“
Andere Episoden sind dabei bis heute nicht gänzlich geklärt: Als Laschet Kanzlerkandidat seiner Partei war, tourte er durchs Land, wie es sich gehört. Aber kam dabei häufig zu spät zu seinen Terminen. Manche erzählten sich damals, das liege daran, dass Laschet auf dem Weg anhalten lasse, um zu rauchen – was Laschet bestritt. So hat es der „Spiegel“ damals aufgeschrieben.
Doch sicher ist, dass der Rheinländer nicht nur eine Vorliebe für E-Scooter, sondern auch für Zigarillos hat. „Ich rauche die nicht auf Lunge“, schleuderte der sonst so frohgemute Rheinländer einer Kinderreporterin entgegen, die ihn im Wahlkampf vor Kameras fragte, ob er nicht mit dem Rauchen aufhören wolle.
Ob er nach dem jüngsten Vorfall (Schulterbruch) mit dem E-Scootern aufhören wolle, wurde Armin Laschet noch nicht gefragt. Kommt dann vielleicht bald.
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