Experte: Darum könnte der Iran der Gewinner des Krieges sein
Der Iran könnte nach Ansicht des Sicherheitsexperten Christian Mölling als Gewinner aus dem Krieg mit den USA hervorgehen. Zwar werde US-Präsident Donald Trump sich unabhängig vom Ausgang als den großen Sieger inszenieren. Den strategischen Vorteil sieht Mölling aber auf der Gegenseite. „Die Iraner werden besser aufgestellt sein in dem Zusammenhang“, sagte er im stern-Podcast „Die Lage – International“.
Darum ist das Mullah-Regime gestärkt statt geschwächt
Der Sicherheitsexperte geht davon aus, dass der Iran selbst nach Abschluss eines Abkommens die Anreicherung von Uran für den Bau einer Atombombe fortsetzen wird. Auch sonst spreche wenig für eine echte Niederlage des Mullah-Regimes: „Es gibt vielleicht eine zwischenzeitliche Schwächung des Iran bei den ballistischen Raketen und bei anderen Technologien, aber nichts, was das Regime nicht wieder rausholen könnte.“ Auch mit Blick auf die eigene Bevölkerung sitze die iranische Regierung „fester im Sattel“. Man müsse davon ausgehen, dass „der Mut der eigenen Bevölkerung, jetzt noch mal aufzubegehren gegen das System, deutlich gesunken ist“.
Zudem dürfte der Iran auch nach einem Abkommen mit den USA weiter versuchen, die Straße von Hormus als Druckmittel zu benutzen. Experten gehen davon aus, dass der Iran hier bereits Fakten geschaffen und Teile der Meerenge vermint hat. Dies würde ihm dauerhaft die Kontrolle über diese zentrale Handelsroute ermöglichen. Der Iran mache „jetzt für sich die Möglichkeit auf, quasi hier einen Wegzoll einzunehmen“, sagte Mölling, der als Senior Advisor beim Brüsseler Thinktank „European Policy Centre“ tätig ist.
Diese „moderne Wegelagerei“ könnte sich als lukrativ erweisen. Denn trotz politischer Spannungen bleibt der globale Handel auf stabile Lieferketten angewiesen. Viele Unternehmen dürften bereit sein, höhere Kosten zu akzeptieren, solange ihre Geschäfte weiterlaufen. Dadurch könnte Teheran auch wirtschaftlich seinen Einfluss ausbauen.
Neben dem Iran profitiert noch ein anderes Land
Neben dem Iran profitiere auch China vom Krieg. Es könne indirekt seinen Einfluss ausbauen, während sich Russland wirtschaftlich stärker an China binde. Gerade hat Peking angekündigt, im Mai den russischen Präsidenten Wladimir Putin empfangen zu wollen. Putin hat über seinen Außenminister Sergej Lawrow China zugesichert, „Ölengpässe“ auszugleichen.
Präsident Xi Jinping bezeichnete die chinesisch-russischen Beziehungen in diesem Zusammenhang als besonders „wertvoll“. „Das hat natürlich damit zu tun, dass China im Grunde genommen noch mehr Kontrolle über Russland hat“, sagte Mölling. Allerdings gerate auch China durch die Blockade von Hormus wirtschaftlich zunehmend unter Druck.
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