• Gesundheitsökonom Rothgang sieht Versicherte stärker belastet.
  • Dermatologen warnen vor Streichung auch beim Hautkrebs-Screening.

Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang hat die neuen Sparpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken als unausgewogen kritisiert. Er sagte MDR AKTUELL, im Vergleich zu den ursprünglichen Vorschlägen der Experten-Kommission gebe es eine deutliche Verschiebung zulasten der Versicherten.

Als Beispiele nannte Rothgang die zuletzt geplanten höhere Zuzahlungen für Arzneimittel und Einschränkungen bei der kostenfreien Mitversicherung von Familienmitgliedern. Zudem sei unklar, ob Ärzte wirklich im angekündigten Umfang belastet würden. Kritisch bewertete er auch, dass Einnahmen durch eine höhere Tabaksteuer nicht im Gesundheitssystem genutzt werden sollen sollen, sondern zur Subventionierung von Kraftstoff an den Tankstellen.

Hautkrebsvorsorge: Dermatologen warnen

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft warnte unterdessen davor, das Hautkrebs-Screening auszusetzen. Präsident Mark Berneburg sagte dazu bei MDR AKTUELL, werde Hautkrebs frühzeitig erkannt, lasse er sich erfolgreich und deutlich günstiger behandeln als in fortgeschrittenen Stadien.

Berneburg sprach sich dafür aus, zumindest Risikogruppen das Screening weiter zu ermöglichen. Derzeit können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebs-Screening nutzen. Auch diese Leistung aber hat Gesundheitsministerin Nina Warken auf die Streichliste gesetzt.

Die CDU-Politikerin hatte vor wenigen Tagen bekannt gemacht, welche der mehr als 60 Vorschläge der sogenannten Finanzkommission Gesundheit sie tatsächlich bis zur Sommerpause umsetzen will.

MDR AKTUELL (ksc)

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