Die Straße von Hormus ist ein wichtiger Handelsweg. Die Blockade durch den Iran hat die Weltwirtschaft und somit auch die Handelspartner der Europäischen Union (EU) empfindlich getroffen.

Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, erwägt die EU nun, eigene Schiffe in die Region zu entsenden, um die Schifffahrt nach dem Ende der Kriegshandlungen wieder in Gang zu bringen. Vorangetrieben werde der Plan von Frankreich und Großbritannien, Deutschland spiele aber eine wichtige Rolle: Die Bundesrepublik verfüge über größere finanzielle Möglichkeiten als die Franzosen und Briten. Zudem habe Berlin auch die militärischen Fähigkeiten, die für einen solchen Einsatz benötigt werden. Nicht an Bord seien die USA. Es handele sich bei dem Plan, so das „WSJ“, um eine eigene Initiative der Europäer, die auch ausdrücklich defensiv ausgelegt sei.

Ziel sei es, den Reedereien wieder Zuversicht zu vermitteln, dass die Straße von Hormus nutz- und befahrbar sei. Offiziell äußern wollen sich die EU-Partner am kommenden Donnerstag, am Freitag dann soll es bereits eine Onlinekonferenz aller Beteiligten geben, Gastgeber seien demnach die Regierungschefs Emmanuel Macron und Keir Starmer. Ebenfalls eingeladen seien Indien und China, ihre Teilnahme sei aber noch völlig offen.

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Aller Entschlossenheit zum Trotz gebe es aber noch zahlreiche offene Fragen, schreibt das „WSJ“. Sorgen machten sich die Europäer etwa über die Reaktion aus den USA. Während Macron aus Rücksicht auf den Iran und die Machthaber in Teheran Distanz zu Washington halten will, befürchten die Briten die Verärgerung von Präsident Trump und womöglich unberechenbare Reaktionen.

Vorbild der Aktion ist die „Operation Aspides“

Ganz unwahrscheinlich ist dieses Szenario nicht: Donald Trump hatte die Europäer mehrfach um militärische Unterstützung im Krieg gegen den Iran gebeten; diese hatten jedoch die Entsendung von Kriegsschiffen immer abgelehnt. Auch die Bitte, bei der aktuellen US-Blockade der Straße von Hormus mitzuhelfen, wurde abgelehnt.

Die USA wollen aktuell Irans Rohstoffhandel treffen, indem sie die Schiffe am Anladen und Abfahren hindern. Die Zögerlichkeit der Europäer wiederum hatte dazu geführt, dass der US-Präsident zum wiederholten Male öffentlich den Sinn der Nato und die Mitgliedschaft seines Landes infrage gestellt hatte.

Das „WSJ“ berichtet über Details der Planungen: Zunächst sollen die Kriegsschiffe der Europäer jenen Handelsschiffen helfen, die dort aktuell feststecken und auf eine sichere Weiterfahrt hoffen. In einem zweiten Schritt sollen die teilweise vom Iran verminten Passagen geräumt und eine breitere Durchfahrtsrinne geschaffen werden. Europa verfügt über etliche Minenjagdboote. In einem dritten Schritt soll, so die Idealvorstellung, die Durchfahrt von Handelsschiffen unter Militärbegleitung gesichert und eskortiert werden. Vorbild sei die „Operation Aspides“, die im Februar 2024 im Roten Meer als Reaktion auf wiederholte Huthi-Angriffe auf den internationalen Seeverkehr eingerichtet und jüngst bis zum Jahr 2027 verlängert worden war.

Deutschland brauche, so merkt das „Wall Street Journal“ an, einen Parlamentsbeschluss, um sein Militär zu einer solchen Mission zu entsenden.

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