Trump will historisches Haus in Washington mit „Zauberfarbe“ streichen lassen
US-Präsident Donald Trump will offenbar das Eisenhower Executive Office Building (EEOB) in Washington mit einer „Zauberfarbe“ streichen lassen. Wie der Sender CNN berichtet, hat Trump beschlossen, das EEOB – ein repräsentatives Regierungsgebäude direkt neben dem Weißen Haus – umfassend umzugestalten und entsprechende Pläne bei einer Architekturberatungsgruppe in der US-Hauptstadt eingereicht. Kern seines Vorschlags sei ein neuer, strahlend weißer Anstrich mithilfe einer speziellen „Silikat-Zauberfarbe“, die laut Trump nicht nur optische, sondern auch schützende Eigenschaften haben soll.
Denkmalschützer warnen vor irreversiblen Schäden
Das Projekt liege nun zur Prüfung bei der „Kommission für Bildende Künste“, die für bauliche Veränderungen an Bundesgebäuden zuständig ist, heißt es. Die Mitglieder gelten mehrheitlich als loyal gegenüber Trump, wie CNN berichtet. Visualisierungen in den eingereichten Plänen zeigen demnach zwei Varianten der Neugestaltung: Entweder soll das gesamte Gebäude weiß gestrichen werden, oder lediglich die oberen Bereiche, während Teile des Sockels und Untergeschosses im ursprünglichen Granit erhalten bleiben.
Die Trump-Regierung begründet ihren Vorstoß mit dem schlechten Zustand der Fassade. Im Antrag ist laut CNN von Flecken, Rissen und Abnutzung die Rede, die auf jahrzehntelange Vernachlässigung zurückzuführen seien. Ein neuer Anstrich könne das Gebäude nicht nur verschönern, sondern auch langfristig schützen.
Doch gegen Trumps Pläne regt sich erheblicher Widerstand. Zwei Denkmalschutzorganisationen – die DC Preservation League und die Cultural Heritage Partners – haben Klage eingereicht. Sie werfen der Regierung vor, gesetzlich vorgeschriebene Prüfverfahren umgehen zu wollen, und warnen vor irreversiblen Schäden an der historischen Substanz.
Trumps „Zauberfarbe“ laut Analyse ungeeignet
Besonders kritisch sehen Experten die geplante Verwendung der Silikatfarbe. Eine von den Denkmalschützern beauftragte Analyse, an der 25 Fachleute beteiligt waren, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Farbe für Granit ungeeignet sei, wie der Sender CBS berichtet. Anders als bei poröseren Gesteinen gehe sie mit der Oberfläche keine chemische Verbindung ein. Im Gegenteil: Eine notwendige Grundierung könne den Stein dauerhaft schädigen. Zudem würde der Anstrich weder die Stabilität verbessern noch vor Verschmutzung schützen – vielmehr könnten Flecken auf der weißen Oberfläche noch stärker sichtbar werden.
Trump selbst hatte die Farbe laut CNN intern als nahezu wundersame „Zauberfarbe“ beschrieben. Sie würde den Stein stärken, Wasser abweisen und selten erneuert werden müssen. Diese Einschätzung wird jedoch von Fachleuten klar zurückgewiesen.
Als Alternative schlagen die Denkmalschutzgruppen konservatorische Maßnahmen vor, etwa eine fachgerechte Reinigung der Fassade, Restaurierung von Metallarbeiten, neue Beleuchtungskonzepte sowie Anpassungen an Fenstern und Außenanlagen. Diese Ansätze würden den historischen Charakter des Gebäudes bewahren, ohne Risiken für die Bausubstanz einzugehen.
Das schiefergraue EEOB im Stil des Zweiten Französischen Kaiserreichs beherbergt Büroräume des Präsidententeams, etwa der Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrats. Die anstehende Entscheidung über seine Umgestaltung könnte weitreichende Folgen haben – nicht nur für das Erscheinungsbild eines der markantesten Gebäude Washingtons, sondern auch für den Umgang mit dem historischen Erbe in den USA insgesamt.
Quellen: CNN, CBS, eingereichter Antrag, DC Preservation, Cultural Heritage, Britannica
km- Washington D.C
- Weißes Haus
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