Die Jobcenter in Deutschland haben Leistungen im Jahr 2025 rund 461.400 Mal gekürzt. Das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.

Häufigste Ursache dafür seien versäumte Termine gewesen, nämlich knapp 86 Prozent der Kürzungen. Insgesamt seien rund 224.100 Personen von mindestens einer Kürzung betroffen gewesen. Dennoch beträfen diese nur etwa 0,9 Prozent der erwerbsfähigen Berechtigten. 2024 seien es 0,7 Prozent gewesen.

Noch stärkere Kürzungen drohen

In knapp 7 Prozent der Fälle seien Leistungen gekürzt worden, weil Personen sich weigerten, eine Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen oder weiterzuführen oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen. Der Durchschnitt aller Minderungen liege bei 8,3 Prozent der jeweiligen Leistung beziehungsweise bei 66 Euro.

„Im vergangenen Jahr wurden die Leistungsminderungen gesetzlich oder regulatorisch nicht verändert. Dadurch konnten die Regeln, die zuvor mehrmals verändert wurden, kontinuierlich wirken“, so die Bundesagentur.

Ab dem 1. Juli treten aufgrund der Reform des Bürgergelds hin zur Grundsicherung neue Regeln in Kraft. Wer Fördermaßnahmen abbricht oder sich nicht bewirbt, ist dann unter anderem von höheren Kürzungen als bisher betroffen. Auch bei versäumten Terminen drohen stärkere Einbußen. Der Anspruch auf Leistungen kann aufgrund von Nichterreichbarkeit unter Umständen sogar komplett erfallen, also auch die Kosten für eine Unterkunft.

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