Gegen UN-Sicherheitsratsbeschlüsse – Nordkorea will Streumunition getestet haben
Nordkorea hat bei jüngsten Raketenstarts nach eigenen Angaben mehrere neue Waffensysteme getestet. Unter den in dieser Woche abgefeuerten Geschossen seien auch mit Streumunition bestückte ballistische Raketen gewesen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Ebenfalls habe Nordkorea Graphitbomben und elektromagnetische Waffen getestet - beides sind Waffensysteme, mit denen elektrische Infrastruktur lahmgelegt werden soll, etwa die Stromversorgung. Nordkoreas Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Am Mittwoch hatte Südkoreas Militär mehrere Raketenstarts aus Nordkorea registriert, darunter ballistische Kurzstreckenraketen mit einer Flugdistanz von etwa 240 bis 700 Kilometern. Nordkorea ist es gemäß Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern.
Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die innerhalb der Luft aufbrechen und viele kleine Sprengkörper über ein großes Gebiet freisetzen. Wegen der flächenmäßig großen Streuung und den damit verbundenen verheerenden Konsequenzen für die Zivilbevölkerung sind Streubomben international geächtet. Zudem gibt es bei Streumunition eine hohe Blindgängerrate. Seit 2010 ist mit dem sogenannten Oslo-Übereinkommen eine völkerrechtlich bindende Konvention zum Verbot von Streubomben in Kraft getreten. Nordkorea ist nicht Teil des Abkommens. Zuletzt setzte auch der Iran bei Angriffen auf Israel Streumunition ein.
China kündigte unterdessen einen heute beginnenden Besuch von Außenminister Wang Yi im Nachbarland Nordkorea an. China sei zu mehr Austausch mit Pjöngjang bereit, hieß es.
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