Seit 2026 gilt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz. Darin steht auch, dass junge Männer sich längere Reisen von der Bundeswehr genehmigen lassen müssen. Was das heißt.
  • Junge Männer ab 17 benötigen seit diesem Jahr auch in Friedenszeiten eine Genehmigung der Bundeswehr für Auslandsaufenthalte über drei Monate.
  • Bislang galt diese Regelung im „Spannungs- oder Verteidigungsfall“. Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz hat sie ausgeweitet – zur Wehrerfassung für potenzielle Notfälle.
  • Die Bundeswehr beruhigt: Genehmigungen für längere Reisen werden erteilt, solange kein akuter Wehrdienstbedarf besteht.

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Nach der Schule einfach mal ein paar Monate die Welt erkunden: Davon träumen viele in Deutschland. Doch für junge Männer könnte das schwieriger werden – und das liegt an einem Teil des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. 

Im Wehrpflichtgesetz (WPflG) heißt es unter Paragraf 3, Absatz 2: „Männliche Personen haben nach Vollendung des 17. Lebensjahres eine Genehmigung des zuständigen Karrierecenters der Bundeswehr einzuholen, wenn sie die Bundesrepublik Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen.“ Die Regelung gab es zwar bislang auch schon – aber nur im „Spannungs- oder Verteidigungsfall“. Neu ist, dass sie jetzt auch in Friedenszeiten gilt. 

Dürfen junge Männer Work-and-Travel und andere längere Reisen nur noch mit Genehmigung der Bundeswehr machen? Auf stern-Anfrage antwortet ein Sprecher des Verteidigungsministeriums: „Hintergrund und Leitgedanke dieser Regelung ist eine für den Bedarfsfall belastbare und aussagekräftige Wehrerfassung. [...] Wir müssen für den Ernstfall wissen, wer sich ggf. längerfristig im Ausland aufhält.“ Die Folgen dieser Regelung seien für junge Menschen grundsätzlich tiefgreifend.

Wehrdienst-Gesetz: Männer müssen längere Reisen beantragen

Doch gleichzeitig beruhigt der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Eine Reise-Genehmigung sei immer dann zu erteilen, „wenn für den betreffenden Zeitraum keine konkrete Dienstleistung als Soldatin oder Soldat zu erwarten ist.“ Heißt also: Junge Männer müssen sich längere Reisen von der Bundeswehr genehmigen lassen. Solange aber kein Krisenfall absehbar ist, erlaubt die Bundeswehr auch Reisen und Auslandsaufenthalte, die länger als drei Monate dauern. Von dieser Seite steht der Traumreise also nichts im Wege.

Eine Einschränkung der persönlichen Freiheit bleiben Wehrpflicht und damit verbundene Reiseanträge natürlich dennoch – und somit Grund genug, dass junge Menschen sich über das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz aufregen.

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