Zweites US-Kampfflugzeug im Nahen Osten abgestürzt – Sprecher des iranischen Parlaments spottet
Über dem Iran soll zum ersten Mal seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen die Islamische Republik ein US-Kampfjet abgeschossen worden sein. Ein Besatzungsmitglied der Maschine des Typs F-15E Strike Eagle, das sich laut iranischen Staatsmedien mit dem Schleudersitz rettete, wurde am Freitag im Rahmen eines von Israel unterstützten Sucheinsatzes des US-Militärs geborgen und in Sicherheit gebracht, wie die Nachrichtenagentur AP aus israelischen und US-Kreisen erfuhr. Laut CNN wurde das gerettet Crewmitglied medizinisch versorgt.
Die USA haben laut mehreren Medienberichten den Abschuss des US-Kampfjets bestätigt.
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Zuvor hatten drei in die Vorgänge eingeweihte Personen der AP den Einsatz in der Provinz Bojer Ahmadi und Kohkilujeh bestätigt. In der Nacht zum Samstag meldeten iranische Staatsmedien unter Berufung auf das Militär den Abschuss eines weiteren US-Kampfflugzeugs.
Trump lehnt Kommentar ab – weiteres Besatzungsmitglied vermisst
Zu den genauen Umständen der Rettung und der Zahl der Besatzungsmitglieder, die sich vor dem Abschuss in dem ersten Kampfflugzeug befanden, gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Kampfjets des Typs F-15E Strike Eagle sind üblicherweise mit einer zweiköpfigen Besatzung aus Pilot und Waffensystemoffizier unterwegs.
Ein Kampfjet des Typs F-15E Strike Eagle der US-Luftwaffe startet am 9. März 2026 zu einem Einsatz im Rahmen der Operation „Epic Fury“ während des Iran-KriegsWie die AP von einem Kongressmitarbeiter erfuhr, der anonym bleiben wollte, informierte das Verteidigungsministerium den Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses jedoch über den ungeklärten Verbleib eines zweiten Besatzungsmitglieds.
Auch die „Washington Post“ berichtet, dass nach zwei Besatzungsmitgliedern gesucht wurde. An der Suche seien ein Tankflugzeug und zwei Helikopter des Typs HH-60G beteiligt, berichtet die Zeitung.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich laut einem Medienbericht zum zweiten Besatzungsmitglied. Demnach hoffe er, dass die gesuchte Person keinen Schaden nehme. Nach einem Telefoninterview zitierte die britische Zeitung „The Independent“ Trump auf die Frage, was er tun würde, falls das Crewmitglied von Iranern gefangengenommen oder verletzt werden sollte, mit den Worten: „Nun, das kann ich nicht kommentieren, weil - wir hoffen, dass das nicht passieren wird.“
Einen weiteren Kommentar zum Such- und Rettungseinsatz im Iran lehnte er ab. In einem kurzen Telefoninterview mit NBC News antwortete er dagegen auf die Frage, ob der Abschuss Verhandlungen mit dem Iran beeinflussen werde: „Nein, überhaupt nicht. Nein, es ist Krieg“, sagte er.
Iranischer Parlamentspräsident verspottet USA
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf reagierte mit Spott auf den Vorfall. Der „brillante Krieg ohne Strategie“ sei nun von der Zielsetzung eines „Regimewechsels“ im Iran heruntergestuft worden auf die Frage: „Hey! Kann jemand bitte unsere Piloten finden?“, kommentierte Ghalibaf auf der Plattform X. „Was für ein unglaublicher Fortschritt. Absolute Genies“, schrieb er.
Trump hatte in einer Rede an die Nation am Mittwochabend (Ortszeit) von erheblichen Fortschritten bei dem Feldzug gesprochen – die Kriegsziele der USA seien nahezu erreicht.
Vor Bekanntwerden der Rettung des ersten Besatzungsmitglieds zeigten Aufnahmen, die in sozialen Medien kursierten, wie US-Drohnen, Flugzeuge und Hubschrauber über der Gebirgsregion im Südwesten des Irans kreisten. Der Moderator eines örtlichen Senders forderte die Bevölkerung in dem Gebiet während einer Sendung auf, den „feindlichen Piloten“ der Polizei zu übergeben, um dafür eine großzügige Belohnung zu erhalten.
Dass es sich um einen Abschuss - und nicht etwa um einen Absturz aus anderer Ursache handelte - entnahm die AP einer E-Mail des Pentagons, in die sie Einblick erhielt. Darin bestätigte das US-Militär, über den Abschuss eines Flugzeugs im Nahen Osten informiert worden zu sein.
Die iranischen Staatsmedien wollen auf diesem Bild angeblich Fragmente des abgeschossenen US-Kampfflugzeugs zeigenFernsehappell an die Bevölkerung ist eine Premiere
Während des Krieges hatte Teheran bereits mehrfach den Abschuss gegnerischer Flugzeuge für sich reklamiert. Der Fernsehappell an die Bevölkerung, einen mutmaßlich abgeschossenen Piloten zu ergreifen, war jedoch eine Premiere.
Alan Diehl, ein früherer Ermittler des Sicherheitszentrums der US-Luftwaffe, sagte, die Strike Eagle verfüge über ein Notfunkgerät in einem Überlebenspaket, das automatisch oder manuell aktiviert werden könne.
Piloten, die über feindlichem Territorium abgeschossen werden und sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine befreien können, sind darauf trainiert, sich zu verstecken und ihre Position durchzugeben. Piloten tragen in der Regel eine Weste mit einem Peilsender, einer Schusswaffe, Wasser und Verbandszeug bei sich, wie ein westlicher Kampfpilot der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Irans Staatsmedien melden Abschuss von weiterem US-Kampfflugzeug
In der Nacht zum Samstag vermeldeten iranische Staatsmedien unter Berufung auf das Pressebüro der Armee den Abschuss eines weiteren US-Kampfflugzeugs. Die Maschine des Typs A-10 sei von der iranischen Flugabwehr getroffen worden. Weitere Informationen, etwa zum Verbleib von Besatzungsmitgliedern, lagen zunächst nicht vor.
Zuvor hatten US-Kreise der AP bestätigt, dass ein weiteres US-Kampfflugzeug abgestürzt sei. Zuerst hatte die „New York Times“ darüber berichtet. Das Pentagon und das Weiße Haus reagierten nicht umgehend auf Bitten um Stellungnahme. Die Ereignisse dürften den innenpolitischen Druck auf Trump verstärken, der mit dem Wahlversprechen antrat, das Land aus Konflikten im Ausland herauszuhalten.
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