Trump spricht über „Abscheu vor der Nato“ – Deutscher Regierungssprecher reagiert
US-Präsident Donald Trump hat die Nato als „Papiertiger“ bezeichnet und erneut mit einem Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis gedroht. Die Aussagen fielen in einem Interview mit dem britischen „Daily Telegraph“.
Die Zeitung hatte Trump gefragt, ob er die Mitgliedschaft in der Allianz nach dem Iran-Krieg überdenken werde. Seine Antwort: „Oh ja, ich würde sagen, das steht außer Frage.“ Und Trump fuhr fort: „Die Nato hat mich nie beeindruckt. Ich wusste schon immer, dass sie ein Papiertiger sind, und Putin weiß das übrigens auch.“
Später legte der US-Präsident noch einmal nach. „Ich werde meine Abscheu vor der Nato zum Ausdruck bringen“, sagte Trump am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Er erwäge einen Austritt der USA aus dem Bündnis, da sich die europäischen Mitglieder weigerten, Schiffe zur Entsperrung der Straße von Hormus zu entsenden.
Die Bundesregierung reagierte unterdessen gelassen auf die Drohung. „Das hat er nicht zum ersten Mal gemacht“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. „Da es ein wiederkehrendes Phänomen ist, können Sie auch die Folgen etwa selbst beurteilen“, fügte er in Anspielung auf frühere Äußerungen von Trump hinzu, die folgenlos blieben.
Der US-Präsident hatte sich zuletzt wütend über mangelnde Unterstützung der Nato-Länder geäußert, die keine Hilfe bei der militärischen Absicherung der Straße von Hormus leisten wollen. „Wir wären immer für sie da gewesen, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, müssen wir das wohl nicht mehr, oder?“, sagte er bereits vergangenen Freitag.
In dem Interview mit „Daily Telegraph“ führte Trump zudem seine Sicht auf die ausbleibende Nato-Unterstützung im Iran, die laut seiner Aussage „schwer zu glauben“ war, weiter aus: „Ich finde einfach, das sollte selbstverständlich sein.“ Den Ukraine-Krieg bezeichnete er als „Test“: „Die Ukraine war nicht unser Problem (...). Wir waren für sie (die Nato-Partner, d.Red.) da, und wir wären immer für sie da gewesen. Sie waren aber nicht für uns da“.
Der US-Präsident unterstrich zudem Aussagen seines Außenministers Marco Rubio, der zuvor eine Neubewertung der Nato in Aussicht gestellt hatte. Rubio hatte betont, die Nato dürfe „keine Einbahnstraße sein“.
Konkret hatte Trump in den vergangenen Tagen auch Deutschland Vorwürfe gemacht. Dass die Spitze Deutschlands („the head of Germany“) gesagt habe, dies sei nicht unser Krieg, sei eine sehr unangemessene Äußerung gewesen, sagte er. Bei einer Kabinettssitzung hatte er zudem betont, man werde sich an die ausbleibende Hilfe der Nato-Verbündeten erinnern und „niemals vergessen“.
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