P apst Leo XIV. hat an Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung erinnert. „Lasst uns auch für alle Migranten beten, die auf See gestorben sind, insbesondere für jene, die in den letzten Tagen vor der Küste Kretas ihr Leben verloren haben“, sagte er am Palmsonntag im Vatikan. Laut Medienberichten verdursteten vor der griechischen Insel mindestens 22 Menschen, nachdem ihr Boot tagelang auf offener See umhergeirrt war.

Überlebende hätten den Behörden geschildert, dass die Menschen während einer mehrtägigen Drift im offenen Meer ohne Trinkwasser starben und man ihre Leichen nacheinander über Bord geworfen habe, berichtete der griechische Rundfunk ERTNews unter Berufung auf die Küstenwache. 26 Menschen überlebten das Unglück. Sie wurden von der Besatzung eines Schiffes der EU‑Grenzschutzagentur Frontex in der Nähe von Kreta geborgen. Die Menschen werden derzeit medizinisch versorgt und registriert.

Nach Angaben der Überlebenden irrten sie rund sechs Tage lang zwischen der libyschen Hafenstadt Tobruk und Kreta, wie es weiter heißt. Unter ungünstigen Wetterbedingungen wurde ihr Boot manövrierunfähig. Schlepperbanden setzen in dieser Region immer wieder Migranten ins offene Meer, oft ohne ausreichende Versorgung und Navigationsmöglichkeiten.

Leo XIV. äußerte sich im Mittagsgebet nach der Palmsonntagsmesse vor rund 40.000 Menschen auf dem Petersplatz. Zu Beginn der Karwoche vor Ostern rief er insbesondere zum Gebet für die Christen im Nahen Osten auf, „die unter den Folgen eines brutalen Konflikts leiden und in vielen Fällen nicht in der Lage sind, die Liturgie dieser heiligen Tage vollständig zu begehen“.

„Ihr Leid stellt unser aller Gewissen auf die Probe“, so der Papst, ohne den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran ausdrücklich zu nennen, der sich inzwischen auf den Libanon und die gesamte Region ausgebreitet hat. „Lasst uns zum Fürsten des Friedens beten, dass er die vom Krieg verwundeten Völker stärke und konkrete Wege zu Versöhnung und Frieden öffne.“

„Das ist unser Gott: Jesus, der König des Friedens“, so der Papst. „Ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen“, kritisierte er. Gott erhöre nicht das Gebet derer, die Krieg führen, denn ihre Hände seien voller Blut. Das lässt sich etwa als Replik auf US-amerikanische Politiker wie Kriegsminister Pete Hegseth lesen.

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