Geheimdienst: Drohne aus Russland trifft Kraftwerk in Estland
Eine russische Drohne hat nach Angaben des estnischen Inlandsgeheimdienstes ein Kraftwerk in dem Nato-Mitgliedstaat getroffen. Die Drohne habe „den Schornstein des Kraftwerks Auvere getroffen“, teilte der Geheimdienst ISS am Mittwoch mit. Die Drohne drang den Angaben zufolge „aus dem russischen Luftraum in den estnischen Luftraum ein“. Verletzt worden sei niemand. Auch die Strominfrastruktur blieb unbeschädigt.
Auch in Lettland ist eine aus Russland in den Luftraum eingeflogene Drohne abgestürzt. Ein Militärsprecher sagte im Fernsehen, dass um 2.19 Uhr (Ortszeit) ein unbekanntes Flugobjekt per Radar erfasst worden sei, das sich der lettischen Grenze näherte und diese überflog. Rund 20 Minuten später sei die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina in der Gemeinde Kraslava von selbst explodiert – ohne dass eine alarmierte Einheit der Luftwaffe eingegriffen hätte.
Zuvor sei gegen 0.50 Uhr (Ortszeit) bereits ein Objekt von belarussischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, eine leichte Kurve geflogen und in den russischen Luftraum weitergeflogen. Der Sprecher ging davon aus, dass die unbemannten Fluggeräte in beiden Fällen vom Kurs abgekommen oder durch elektronische Abwehrmaßnahmen fehlgeleitet worden seien.
Lettland und Estland untersuchen Vorfälle mit russischen Drohnen
Die Vorfälle im Osten der beiden EU- und Nato-Mitgliedstaaten nahe der Grenze zu Russland würden untersucht, teilten die Behörden in Tallinn und Riga mit. Militär und Einsatzkräfte seien an den Absturzstellen vor Ort, um Trümmerteile einzusammeln und zu untersuchen. Für die Bevölkerung und öffentliche Sicherheit bestehe keine Gefahr, hieß es in den Mitteilungen. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, sei noch unklar und werde ermittelt.
Im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine waren im Luftraum europäischer Nato-Staaten immer wieder Drohnen an Flughäfen und Militäreinrichtungen gesichtet worden, unter anderem auch in Deutschland. Russische Drohnen oder Militärflugzeuge waren zudem mehrfach in den Luftraum unter anderem Polens, der baltischen Staaten und Rumäniens eingedrungen.
Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas machte Russland für die jüngsten Drohnenabstürze verantwortlich. „Das alles ist auf Russlands Krieg zurückzuführen”, schrieb Kaunas auf Facebook. „Der vom Aggressor Russland provozierte Krieg hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem innerhalb von 48 Stunden Drohnen auf dem Gebiet der drei baltischen Staaten abgestürzt sind.” Es sei offensichtlich, dass die Luftverteidigung nicht nur in Litauen, sondern in der gesamten Nato eine Herausforderung darstelle.
AFP · DPA epp- Drohne
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