Angriffe auf Energieanlagen in Nahost – Ölpreis steigt deutlich
Der Krieg im Nahen Osten hat sich auf die Energie-Infrastruktur der Region ausgeweitet. Nach einem Angriff auf das riesige iranische Gasfeld „South Pars“ durch Israel, schoss der Iran Raketen auf Katar und Saudi-Arabien. An den Märkten löste die Entwicklung Sorgen vor länger anhaltenden Problemen bei der globalen Energieversorgung aus. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg um rund sechs Prozent auf über 109 Dollar – und kostet damit etwa sieben Dollar mehr als am Dienstag. Bislang hatten die USA und Israel die Energieproduktion des Iran nicht direkt angegriffen, um Vergeltungsschläge gegen Nachbarstaaten zu vermeiden.
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Der staatliche Energiekonzern QatarEnergy berichtete am Abend von „erheblichen Schäden“ durch den iranischen Beschuss in der Industriestadt Ras Laffan, einem Zentrum der Energieindustrie. Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben vier auf Riad abgefeuerte ballistische Raketen ab und vereitelte einen Drohnenangriff auf eine Gasanlage im Osten des Landes.
Zuvor war das iranische Gasfeld „South Pars“ getroffen worden. Israelischen Medienberichten zufolge führte Israel den Angriff mit Zustimmung der USA aus. Das angegriffene Feld ist der iranische Teil des weltweit größten Erdgasvorkommens, das sich die Islamische Republik mit Katar teilt. Wegen des Krieges hat Katar seine Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) bereits vollständig eingestellt. Infolgedessen fehlen dem Weltmarkt derzeit 20 Prozent des Angebots. Analysten befürchten, dass Schäden an den Anlagen den Ausfall verlängern könnten.
Rauch und Feuer steigen nach einem Angriff in der Nähe des „South-Pars“-Gasfeldes aufDas „Wall Street Journal“ berichtete am Mittwochabend unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, US-Präsident Donald Trump lehne weitere Angriffe auf die iranische Energie-Infrastruktur vorerst ab. Trump habe vorab von dem israelischen Schlag gegen das Erdgasfeld „South Pars“ gewusst und ihn als Reaktion auf die iranische Blockade der Straße von Hormus gebilligt. Trump ist Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte.
Der Iran hatte nach dem Angriff auf „South Pars“ mit weiteren Angriffen auf Öl- und Gasanlagen in der gesamten Golfregion gedroht. Teheran nannte spezifische Ziele in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Katar, darunter Raffinerien und petrochemische Komplexe, und forderte deren sofortige Evakuierung. Die für die weltweite Ölversorgung strategisch wichtige Straße von Hormus hat der Iran bereits blockiert.
US-Regierung unter Druck – Sanktionen gegen venezolanischen Ölsektor gelockert
Der Preisanstieg bei Energie erhöht auch den politischen Druck auf Trump. In den USA kletterte der Dieselpreis erstmals seit dem Inflationsschub von 2022 wieder über fünf Dollar pro Gallone (rund 3,8 Liter). US-Vizepräsident JD Vance kündigte an, die Regierung werde in den kommenden ein bis zwei Tagen Maßnahmen gegen steigende Benzinpreise vorstellen.
Zudem lockerten die USA ihre Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor und erlauben wieder umfangreiche Geschäfte mit dem Staatskonzern PdVSA. Alle Transaktionen seien unter bestimmten Bedingungen erlaubt, teilte das US-Finanzministerium mit.
Der Ölpreis erreichte den höchsten Stand seit Jahren, auch weil der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört ist – der wichtigsten Ölhandelsroute weltweit. Vor diesem Hintergrund rückt Venezuela mit seinen großen Ölreserven wieder stärker in den Fokus.
Entsprechend dürfen US-Unternehmen nun wieder in großem Umfang mit dem Staatskonzern und dessen Tochterfirmen Geschäfte machen. Ausgenommen bleiben unter anderem Transaktionen mit Bezug zu Ländern wie Russland, Iran oder Nordkorea. Zahlungen an staatliche Stellen sollen über von den USA kontrollierte Konten abgewickelt werden.
Washington hatte die Sanktionen zuletzt bereits schrittweise gelockert. Ende Januar wurden erste umfassende Ausnahmen für Ölgeschäfte erteilt. Die neue Regelung geht darüber hinaus und erlaubt nun grundsätzlich umfassende Geschäfte mit dem Staatskonzern. Erst kürzlich hatten die USA zudem den Handel mit venezolanischem Gold wieder erlaubt.
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