Der Nahe Osten will diese Drohne haben – doch sie bleibt unerreichbar
Dieser Artikel erschien zuerst bei ntv.de
Die von der Privatfirma Wild Hornets entwickelte Abfangdrohne „Sting“ ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil der ukrainischen Verteidigung gegen russische Drohnen – und könnte bald auch zur Bekämpfung iranischer Drohnen eingesetzt werden. Die Regierung in Kiew und lokale Drohnenhersteller sagen, dass die USA und ihre Verbündeten Hilfe ersuchen, um iranische „Shahed“-Drohnen abzuwehren, die Ziele im gesamten Nahen Osten angreifen.
Wild Hornets erklärte, dass Kunden im Nahen Osten Interesse bekundet hätten, man jedoch ohne grünes Licht der ukrainischen Regierung keine Exportverträge direkt verhandle. Ein Vertreter des Unternehmens sagte, sein Unternehmen konzentriere sich in erster Linie darauf, das ukrainische Militär zu stärken. Man werde nur auf Aufforderung der Regierung exportieren – insbesondere, wenn Kiew mehr Patriot-Flugabwehr zur Bekämpfung ballistischer Raketen erhalte.
„Wir haben Anfragen in unserem Posteingang erhalten“, so der Sprecher, „aber wir reagieren derzeit nicht darauf“. Ein weiterer Vertreter des Unternehmens hatte zuvor dem Portal „The War Zone“ gesagt, dass die Verteidigung der Ukraine Priorität habe.
Hersteller: Tausende Shaheds eliminiert
„Sting“ ist eine kostengünstige Alternative zu den mehrere Millionen Dollar teuren US-Patriot-Luftabwehrraketen. Sie erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde und hat eine maximale Reichweite von etwa 37 Kilometern. So können angreifende Drohnen verfolgt werden, um dann mit einer Sprengladung in sie hineinzufliegen und sie zu zerstören.
Seit der Aufnahme des regulären Einsatzes im Juni 2025 wurden mit „Sting“ laut Unternehmen mehr als 3000 russische Shahed-Drohnen abgeschossen. Monatlich werden mehr als 10.000 Stück produziert. Sie kosten etwa 2000 Dollar oder weniger – im Vergleich zu 20.000 bis 50.000 Dollar für eine Shahed.
Ein Modell der zweiten Generation wurde bereits entwickelt. Es soll noch schneller fliegen und auch strahlgetriebene „Shahed“-Drohnen bekämpfen können. Diese entwickele Russland kontinuierlich weiter, so ein Unternehmensvertreter, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte. Er sagte, das Modell der zweiten Generation sei bereits bei Verteidigungseinsätzen verwendet worden, die technischen Spezifikationen würden jedoch geheim gehalten.
Neben „Sting“ gibt es auch andere ukrainische Abfangdrohnen, die zur Abwehr russischer Angriffe eingesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel die „P1-Sun“ der Firma Skyfall. Auch elektronische Kriegsführung eignet sich, um Drohnen mittels Störmaßnahmen zu bekämpfen.
Ukrainische Drohnenexperten im Nahen Osten
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar haben die arabischen Golfstaaten mehr als 2000 Raketen- und Drohnenangriffe erlebt, die US-Einrichtungen und Militärbasen sowie Öl-Infrastruktur, Häfen, Flughäfen, Schiffe, Wohn- und Geschäftsgebäude getroffen haben.
Die Ukraine hat nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bislang 201 Anti-Drohnenexperten in die Golfregion entsandt, die bei der Abwehr iranischer Drohnen helfen sollen. Die ukrainischen Teams würden sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Saudi-Arabien befinden. Zudem seien sie auf dem Weg nach Kuwait, sagte Selenskyj bei einem Besuch in London.
Quelle: ntv.de, rog/rts
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