Deutschland und vier weitere westliche Staaten haben Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon aufgerufen. „Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden“, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und Großbritannien.

Die humanitäre Lage sei schon jetzt alarmierend. Zudem unterstützen die Länder die Bemühungen der libanesischen Regierung, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz zu entwaffnen.

Die israelische Armee hatte zuvor einen „gezielten Bodeneinsatz“ gegen Stellungen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Südlibanon bekanntgegeben.

Der Einsatz sei Teil „umfassender Verteidigungsbemühungen zum Aufbau und zur Stärkung einer vorwärtsgerichteten Verteidigungsposition“, erklärte Israels Armee. Dazu gehörten „auch die Zerschlagung terroristischer Infrastruktureinrichtungen und die Ausschaltung der in diesem Gebiet operierenden Terroristen“, um „Bedrohungen zu beseitigen und den Bewohnern Nordisraels zusätzliche Sicherheit zu bieten“.

Vor dem Einmarsch der Bodentruppen hätten Luftwaffe und Artillerie „Angriffe gegen zahlreiche terroristische Ziele“ ausgeführt, um „die Bedrohungen im Einsatzgebiet zu verringern“, erklärte die israelische Armee weiter.

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Die Bundesregierung äußerte sich kritisch zum Vorgehen der israelischen Armee. „Wir verfolgen mit ziemlicher Sorge die israelische Bodenoffensive“, sagte Merz in Berlin. Eine solche Offensive würde die ohnehin „hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen“, fügte er hinzu. „Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein. Es wäre ein Fehler.“

„Wir verurteilen scharf, dass die Hisbollah auf Seiten Irans jetzt in den Kampf gegen Israel eingetreten ist“, sagte Merz. Die Miliz müsse ihre Angriffe sofort beenden und die Waffen niederlegen. „Wir unterstützen auch jede Anstrengung, die Gespräche zwischen Israel und Libanon in Gang setzen kann.“ Zugleich fordere die Bundesregierung die israelische Armee auf, „zivile Ziele und die Unifil-Mission der Vereinten Nationen nicht anzugreifen.“

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