Griechischer Reeder trotzt Blockade – mit Extra-Prämien für Seeleute
Die Seestraße von Hormus ist weiterhin durch das iranische Militär blockiert. Wer mit einem Schiff das Nadelöhr passieren möchte, droht abgeschossen zu werden. Die Blockade treibt den Ölpreis weltweit in die Höhe und ist die stärkste Waffe des Iran im Kampf gegen die USA und Israel. Doch der griechische Reeder Georgios Prokopiou ignoriert die Gefahren und lässt seine Tanker weiter die Passage nehmen. Für ihn ist es ein prächtiges Geschäft. Ein großer Rohöltanker kann bis zu 500.000 Dollar pro Tag einnehmen. Das ist viermal so viel wie vor dem Angriff auf Iran. Für die Seeleute bedeutet es Lebensgefahr.
Zuletzt soll der Milliardär, 79 Jahre alt, fünf Supertanker durch die Straße von Hormus geschickt haben, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. An Bord sollen bewaffnete Sicherheitskräfte gewesen sein. Die Besatzungen der Tanker erhalten hohe Prämien, wenn sie fahren. Angeblich sind sie alle freiwillig unterwegs. Alle Tanker überstanden die Passage wohlbehalten.
Gewerkschaften kritisieren Reeder scharf
Es soll Seeleute geben, die sich durch die Extra-Prämien nicht locken ließen und ablehnten. Gewerkschaften in Griechenland haben das Thema mittlerweile entdeckt und kritisieren die Praxis scharf. Die Politik hält sich vornehm zurück. Das mag daran liegen, dass die Straße von Hormus kein offizielles Kriegsgebiet ist und die Seeleute dadurch nicht mehr Rechte haben.
Zum anderen kann es daran liegen, dass Reeder vom Schlage Prokopiou großes Ansehen in Griechenland genießen. Reedereien und Schifffahrt sind politisch wie wirtschaftlich von enormer Bedeutung. Die griechische Ölflotte ist die größte der Welt. Prokopiou ist einer der größten Player weltweit. Seine Flotte umfasst 116 Schiffe. Bis Ende 2027 sollen es 240 sein. Zu seinem Imperium gehören die Reedereien Dynacom, Dynagas und Sea Traders. Das US-Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf rund 4,7 Milliarden Dollar.
Die Politik will nicht zu viel Aufsehen
Es liegt nahe, dass die griechische Politik nicht zu viel Aufsehen um den Reeder heraufbeschwören will. Zudem befördern Prokopious' Tanker wohl russisches Öl, auch das dürften gute Geschäfte sein. Beliebt macht man sich damit in einem Teil der Staatengemeinschaft nicht.
Die Deutschen haben Prokopoiu übrigens einiges zu verdanken. In der Gaskrise nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine charterte der damalige Wirtschaftsminister Robert Habeck in Wilhelmshaven zwei schwimmende Terminals für die Einfuhr von Flüssiggas von Prokopiou. Habeck dankte dem Reeder ausdrücklich dafür.
Quellen: "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Focus", "Bild"
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