Bei den hessischen Kommunalwahlen am Sonntag ist die CDU in der Landeshauptstadt Wiesbaden stärkste Kraft geworden. Laut dem Trendergebnis des Statistischen Landesamtes bekam die Partei 26,3 Prozent der Stimmen. Das waren 2,8 Prozentpunkte mehr als bei der Abstimmung 2021.

Die Sozialdemokraten erhielten in Wiesbaden 22,2 Prozent (plus 1,9 Prozentpunkte) und die Grünen 15,3 Prozent (minus 6,1 Punkte). Die AfD bekam dem Trendergebnis zufolge 12,7 Prozent (plus 6,2 Punkte), die Linke 7,8 Prozent (plus 1,6 Punkte) und die FDP 5,0 (minus 5,4 Punkte).

Die Grünen haben hingegen in Kassel die hessischen Kommunalwahlen trotz Verlusten im Vergleich zu einer früheren Abstimmung nach vorläufigen Ergebnissen gewonnen. Laut dem Trendergebnis des Statistischen Landesamtes kamen die Grünen in der nordhessischen Großstadt am Sonntag auf 22,4 Prozent der Stimmen. Das sind 6,3 Prozentpunkte weniger als bei den Kommunalwahlen 2021.

Damit liegen nun die Grünen in Kassel vor der CDU (21,7 Prozent, plus 2,5 Punkte) und der SPD (19,8 Prozent, minus 4,8 Punkte). Die Linke bekommt 14,5 Prozent (plus 3,3 Punkte), die AfD 12,1 Prozent (plus 6,5 Punkte) und die FDP lediglich 3,1 Prozent (minus 2,5 Punkte)

Auszählungen ziehen sich noch länger hin

Das Trendergebnis bildet laut dem Statistischen Landesamt nur einen Teil der vergebenen Stimmen ab. Lediglich die Stimmzettel, bei denen Wähler mit einem Kreuzchen gleich eine ganze Wahlliste gewählt haben, sind hier schon berücksichtigt. Die Stimmzettel ohne ein Listenkreuz und etwa mit auf einzelne Kandidaten verteilten Kreuzen bleiben dagegen beim Trendergebnis noch außen vor. Sie werden in den Folgetagen ausgezählt.

CDU-Landeschef Boris Rhein hat in einer frühen Bewertung von einem Trend zugunsten seiner Partei gesprochen. Trotz der noch lange andauernden Auszählung der komplexen Abstimmungen für die kommunalen Parlamente könne er feststellen, „dass wir in Hessen die Kommunalpartei Nummer eins sind“, sagte Rhein. Das zeige sich teils auch dort, wo die CDU sonst nicht so stark gewesen sei, sagte der Ministerpräsident.

Rhein erklärte, er sei in den vergangenen Wochen viel im Wahlkampf unterwegs gewesen und habe ein großes Interesse an den Kommunalwahlen und den Themen der Gemeinden erlebt.

Er vermute angesichts des frühen Trends bei den Auszählungen, dass es womöglich eine höhere Wahlbeteiligung im Vergleich zu den Abstimmungen 2021 gegeben haben könne. Der CDU-Landeschef fügte mit Blick auf diesen Wahlsonntag hinzu: „Es gab insgesamt einen doch fairen Wahlkampf.“

Koebe: AfD-Zuwächse beunruhigen – Freude über SPD-Erfolge

Hessens SPD-Generalsekretärin Josefine Koebe hat sich derweil in einer frühen Bewertung des Wahlsonntags im Land erfreut über „einige gewonnene Bürgermeisterwahlen“ und besorgt über AfD-Zuwächse gezeigt.

In Offenbach gebe es bei den Trendergebnissen der Kommunalwahlen „helles Licht“ aus SPD-Sicht. Erfreut zeigte sich die SPD-Generalsekretärin auch mit Blick auf die Oberbürgermeisterwahl in Hanau. Dort Hehat der SPD-Kandidat Maximilian Bieri nach vorläufigen Ergebnissen die Nase vorn und es kommt zu einer Stichwahl mit der Christdemokratin Isabelle Hemsley. AfD-Zuwächse vor allem in Nordhessen dagegen bereiteten ihr Sorge, sagte Koebe der Deutschen Presse-Agentur.

Insgesamt erwarte sie bei den Möglichkeiten, Stimmen auf Kandidaten mehrerer Parteien zu verteilen oder bis zu drei Stimmen auf einen Kandidaten zu bündeln, eher für die SPD positive Entwicklungen. Die SPD-Generalsekretärin erklärte: „Erfahrungsgemäß gewinnen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten durch Kumulieren und Panaschieren eher, als dass sie verlieren, was auch für unsere starken Leute und tiefe Verankerung vor Ort spricht.“

Hessens FDP hat in einer frühen Bewertung eine erste gemischte Bilanz gezogen. Für die Freien Demokraten zeichne sich ein heterogenes Bild ab, teilte FDP-Landeschef Thorsten Lieb mit. Die Auszählung der komplexen Abstimmungen für die Kommunalparlamente werde aber noch dauern.

„Auch wenn sich der negative Trend der FDP im Bund bemerkbar macht, sind wir in unseren Hochburgen in kleinen und mittelgroßen Städten wie Bruchköbel, Bad Homburg, Königstein, Kronberg und Steinbach stabil“, erklärte Lieb. Das sei ein gutes Signal dafür, „dass man in herausfordernden Zeiten mit starken Persönlichkeiten Wahlen erfolgreich gestalten kann“.

Gewählt worden waren am Sonntag in Hessen landauf landab neue Kreistage, Stadt- und Gemeindeparlamente sowie die Ortsbeiräte.

2021 war die CDU bei den Kommunalwahlen in Hessen mit landesweit 28,5 Prozent stärkste Kraft geworden, die SPD war auf 24,0 Prozent der Stimmen gekommen, die Grünen auf 18,4 Prozent. Erst danach kam die AfD mit 6,9 Prozent, dann die FDP mit 6,7 Prozent und die Linken mit 4,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 50,4 Prozent.

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