Dutzende Kinder starben beim Raketenangriff auf eine Mädchenschule im Iran. Laut Medienberichten zeigen erste Untersuchungen, dass das US-Militär dafür verantwortlich ist.

Der Iran-Krieg fordert auch zivile Opfer: Bei einem Angriff des US-Militärs auf eine Mädchenschule in der Stadt Minab sind nach Angaben des iranischen UN-Botschafters 170 Schülerinnen getötet worden. Der Vorfall ereignete sich am ersten Tag des Krieges und hatte international für Betroffenheit und Empörung gesorgt.

Laut Recherchen von US-Medien war wohl ein Fehler der US-Streitkräfte der Grund für den Raketenangriff auf die Schule. Die „New York Times“ und der Sender CNN berichten unter Berufung auf Insider über die Untersuchung, die das US-Militär eingeleitet hat. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen demnach, dass das US-Militär für den Angriff verantwortlich ist. Offenbar verließ man sich auf veraltete Daten.

Krieg im Iran: US-Armee verwendete wohl falsche Daten

Das eigentliche Ziel war laut den Medienberichten eine benachbarte iranische Militärbasis. Das Schulgebäude gehörte lange Zeit auch zu der Einrichtung der Revolutionsgarden. Quellen, die mit dem Untersuchungsbericht vertraut waren, sagten der „New York Times“, das US-Militär habe auf Basis dieser nicht mehr aktuellen Informationen die Zielkoordinaten erstellt.

CNN verweist auf Satellitenbilder von 2013, die zeigen, dass Schule und Militärbasis damals auf dem gleichen Areal lagen. Auf Aufnahmen von 2016 wiederum sei ein Zaun zu sehen, auch habe die Mädchenschule einen eigenen Eingang gehabt. Jüngste Bilder aus dem Dezember zeigten außerdem spielende Kinder auf dem Schulgelände. 

Offenbar lagen diese Erkenntnisse den US-amerikanischen Militärbeamten jedoch nicht vor – oder wurden bei der Planung des Raketenangriffs nicht entsprechend berücksichtigt. Der „Washington Post” erfuhr aus Militärkreisen, dass die Schule für eine Fabrik gehalten und deshalb als Ziel genehmigt wurde. Möglicherweise sei das Gebäude auch mit einem Waffendepot in der Nähe verwechselt worden.

Diese Spekulationen zeigen bereits, dass rund um den Vorfall noch viele Fragen offen bleiben. Auch die Quellen von „New York Times” betonten, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handele und noch einige Punkte geklärt werden müssten. Dazu gehöre auch die Frage, warum die veralteten Informationen weitergegeben und nicht noch einmal überprüft wurden.

USA für Angriff auf Mädchenschule verantwortlich

Klar scheint allerdings, dass die USA Urheber des Angriffs waren. Dies hatte sich schnell herauskristallisiert, als klar wurde, dass eine Tomahawk-Rakete eingesetzt wurde – was in diesem Konflikt nur die Vereinigten Staaten tun. US-Präsident Trump hatte dennoch zunächst den Iran verantwortlich gemacht. 

Das Weiße Haus und das Pentagon wollten die Medienberichte zunächst nicht kommentieren. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt verwies lediglich darauf, dass die Untersuchung noch laufe. Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai nannte den Vorfall „ein offenkundiges Verbrechen”: „Die Welt muss sich dieser großen Ungerechtigkeit entgegenstellen.”

Quellen: „New York Times“, CNN, „Washington Post“

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