„Bin dazu gern bereit“ – Palmer bringt sich für Ministeramt ins Spiel
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) heizt Spekulationen über einen Wechsel in die Landespolitik an. Es gehe nun für die Grünen vordringlich darum, Vertrauen zur tief verletzten CDU aufzubauen, um eine Fortsetzung der Koalition zu organisieren, sagte er der „Südwest Presse“. Dabei könne er durchaus helfen. „Von den prominenten politischen Personen im Land bin ich sicherlich jemand, der an der Schnittstelle von Grünen und Schwarzen mit die größten Kompetenzwerte hat.“
Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, nochmal etwas anderes zu machen, sagte Palmer: „Wenn Sie mich so offen fragen: Ja, ich bin 53 und kann mir durchaus vorstellen, beruflich auch noch andere Aufgaben zu übernehmen.“
Palmer sieht dem Bericht zufolge Handlungsbedarf bei den Kommunalfinanzen, der Wirtschaft und dem Bildungssystem. „Alles, was dieses Land groß und stark gemacht hat, ist in Gefahr.“ Deshalb müssten jetzt endlich alle ihre Hausaufgaben machen. „Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, bin ich dazu gern bereit“, sagte Palmer, der seit fast 20 Jahren Rathauschef in Tübingen ist.
Mit Grünen-Politiker Cem Özdemir ist Palmer befreundet. Unter anderem hatte er im Wahlkampf den damaligen Spitzenkandidaten und dessen Ehefrau Flavia Zaka im Tübinger Rathaus getraut.
Zuletzt ließ Özdemir Spekulationen um ein mögliches Ministeramt für Palmer offen. Sie seien permanent im Gespräch. Aktuell verteile man aber keine Ämter, sagte er. Vor der Wahl hatte Özdemir allerdings betont, wer sich selbst ins Spiel bringe, werde unter ihm keinen Ministerposten bekommen.
Grüne Jugend will Palmer nicht auf Wahlparty sehen
Zudem ist bei den Grünen längst nicht jeder gut auf den ehemaligen Parteikollegen zu sprechen, wie sich gerade einmal mehr zeigte. So wurde Palmer nach eigenen Worten bei der Wahlparty seiner früheren Partei in Stuttgart unsanft von Mitgliedern der Grünen Jugend zum Gehen aufgefordert.
Er sei am Montagabend gleich im Eingangsbereich von zwei jungen Männern angeraunzt worden. Es hieß, er schade Cem Özdemir und solle wieder gehen, sagte Palmer auch dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Niemand habe ihn eingeladen, er solle verschwinden. „Ich bin dann trotzdem reingegangen“, so Palmer.
Die Grüne Jugend ist auf Palmer nicht gut zu sprechen. Nach der Wahl forderte sie, Palmer dürfe weder Minister noch Berater in der künftigen Landesregierung werden. „Die Haltungen und wiederholten rassistischen Äußerungen des ehemaligen Grünen-Mitglieds Boris Palmer sind mit den Grundwerten unserer Partei unvereinbar.“
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