• Schulze: Umfragewerte sind noch keine Wahlergebnisse
  • Siegmund betont Ziel erster AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt
  • Grüne jubeln über baden-württembergischen Wahlausgang
  • Türkische Gemeinde freut sich über Gastarbeiter-Erfolgsgeschichte

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze sieht nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg Parallelen zum Wahlkampf im eigenen Bundesland. Der CDU-Politiker sagte dem MDR, er rechne auch bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einer Zuspitzung auf zwei Parteien. Zudem seien Umfragewerte – selbst über einen längeren Zeitraum – noch keine Wahlergebnisse.

Schulze betonte, die Menschen schauten sehr genau, wem sie zutrauten, die Herausforderungen der Zeit zu meistern. Eine Zuspitzung auf Personen sei daher auch in Sachsen-Anhalt zu erwarten. Er selbst fahre einen klaren Kurs und gehe auch mal einen anderen Weg als im Bund. Dagegen zog Thüringens CDU-Generalsekretär Niklas Waßmann eine durchwachsene Bilanz. Die Union wäre gern Nummer eins geworden, sagte er noch am Wahlabend.

Siegmund: Wollen erste AfD-Alleinregierung möglich machen

1 minBildrechte: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert1 min

AudioSiegmund: Wollen erste AfD-Alleinregierung möglich machen

Siegmund: Wollen erste AfD-Alleinregierung möglich machen

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund aus Sachsen-Anhalt sieht seine Partei nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg im Aufwind.

MDR AKTUELLMo09.03.202608:03Uhr00:29 min

Link des Audios

https://www.mdr.de/nachrichten/app-aktuell/audio-3191848.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sieht seine Partei angesichts des Ergebnisses in Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg. Im MDR sagte er, er wolle sich nirgendwo verbiegen für irgendwelche Machtoptionen. Ziel sei, im Herbst die erste AfD-Alleinregierung in Deutschland möglich zu machen. Man könne Sachsen-Anhalt nicht mit denjenigen retten, die das Land seit 20, 30 Jahren sehenden Auges vor die Wand führen.

Auf die Verwandtenaffäre angesprochen sagte er, die Menschen hätten die Kampage durchschaut, ließen sich aber nicht ablenken. Die AfD werde sich vom politischen Fokus auch in den nächsten Monaten nicht abbringen lassen. Dagegen zeigte sich Thüringens AfD-Co-Landeschef Stefan Möller enttäuscht. Ein besseres Ergebnis wäre wünschenswert gewesen, sagte er.

Banaszak: Wahlkampf-Strategie hat sich ausgezählt

Der Grünen-Co-Vorsitzende Felix Banaszak.Bildrechte: picture alliance / dts-Agentur

Thüringens Grüne begrüßten den Ausgang der baden-württembergischen Wahl als grandioses Ergebnis. Landessprecherin Ann-Sophie Bohm sagte, Spitzenkandidate Cem Özdemir habe mit seiner Glaubwürdigkeit das Vertrauen der Wähler gewonnen und eine große Aufholjagd hingelegt. Ähnlich äußerte sich Grünen-Bundesparteivorsitzender Felix Banaszak. Es lohne sich zu kämpfen, sagte er mit Blick auf weitere anstehende Wahlen dieses Jahr wie der in Sachsen-Anhalt.

Dass Özdemir auf Wahlplakaten lediglich das Logo seiner Partei gezeigt hatte, nicht aber den Namen, störe keineswegs, sagte Banaszak. Die Strategie sei gemeinsam verabredet. Özdemir habe sich nicht zum Parteivorsitzenden der Grünen beworben, sondern als Ministerpräsident für alle Menschen in Baden-Württemberg.

Georg Maier: Bitteres Ergebnis für die SPD

Der Thüringer SPD-Landeschef Georg Maier sprach von einem bitteren Ergebnis für seine Partei. Der Wahlkampf in Baden-Württemberg sei vor allem auf die Spitzenkandidaten von Grünen und CDU fokussiert gewesen.

Die Linke verpasste zwar den Einzug in den Stuttgarter Landtag. Thüringens Linke-Co-Chefin Katja Maurer zeigte sich dennoch zufrieden. Die 4,5 Prozent seien das beste Ergebnis bisher in Baden-Württemberg.

Türkische Gemeinde freut sich über Gastarbeiter-Erfolgsgeschichte

Erfreut über den Wahlsieg von Özdemir zeigte sich auch die Türkische Gemeinde Deutschlands. Vorsitzender Gökay Sofuoglo sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dies sei eine "Erfolgsgeschichte der Gastarbeitergeneration" und eine "Normalisierung der Gesellschaft". Özdemir verkörpere die Identifikation mit dem Land und werde so unabhängig von seinen politischen Ansichten ein Vorbild für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

MDR, KNA, epd (rnm)

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke