Syrer, die Deutschland freiwillig verlassen, sollten dafür eine höhere Prämie erhalten. Das ist zumindest die Ansicht des Leiters des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer. Die 1000 Euro, die eine erwachsene Person bislang dafür erhalten könne, reichten aus seiner Sicht nicht aus, sagte der Chef der obersten deutschen Asylbehörde im „Spiegel“-Interview. Über die Höhe müsse man sprechen.

Eine Abschiebung ist laut Sommer immer das letzte Mittel und dürfe nur in Übereinstimmung mit nationalem Recht und EU-Recht geschehen. Dass hoch qualifizierten und in kritischen Infrastrukturen arbeitenden Syrern der Schutzstatus entzogen und sie abgeschoben würden, sei nicht vorgesehen.

„Jeder Arzt, jede Ärztin kann hier einen Aufenthaltstitel für Fachkräfte bekommen und bleiben“, so der Bamf-Chef; „die Betreffenden haben das selbst in der Hand, das gilt übrigens für alle höher qualifizierten Beschäftigungen“; und auch für andere Asylsuchende, die zwar nicht im höher qualifizierten Bereich arbeiteten, aber dennoch ihr Auskommen hätten und in die Rentenversicherung einzahlten, müsse eine Lösung gefunden werden.

Öffnung von Integrationskursen war Fehler

Gleichzeitig verteidigt Sommer die Entscheidung seiner Behörde, Zulassungen für Asylsuchende für eine freiwillige Teilnahme an Integrationskursen zu stoppen. „Das ist Unterricht für Menschen, die rechtmäßig und auf Dauer in Deutschland leben. Und Asylsuchende gehören nun mal nicht dazu“, erklärte der Bamf-Chef.

Die Bundesregierung sei nicht mehr bereit, jährlich rund eine Milliarde Euro für diese Leistung zu zahlen. Für Asylbewerber seien zunächst nur Erstorientierungskurse vorgesehen. „Mich wundert, dass der Bundesrechnungshof diesen Punkt nie aufgegriffen hat. Es war ein Fehler, die Kurse so weit zu öffnen“, so Sommer.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke